Rodgau 50: Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Männern

Autoren: Annette Müller und Mario Friedl

Seit inzwischen 21 Jahren lädt der RLT Rodgau zum 50-Kilometer-Lauf ein. Jahr für Jahr nutzen viele Läufer den Lauf als Ultra-Auftakt fürs neue Jahr. Auch der gemeinsame Ausklang nach dem Lauf in der Turnhalle, mit Siegerehrung, Kuchen und Erbsensuppe trägt zum familiären, traditionellen Charakter bei. Aber auch die Leistungen konnten sich dieses Jahr sehen lassen. Fast 1.000 Läufer und Läuferinnen reihten sich an der Startlinie auf. 563 absolvierten die 50-Kilometer-Ultradistanz, manch ein anderer nutzte den Fünf-Kilometer-Rundkurs, auf gut belaufbaren Feld-und Forstwegen, auch für eine kürzere Trainingseinheit. Bei frischen -2 Grad fiel der Startschuss. Während das Rennen bei den Männern lange Zeit Kopf an Kopf verlief, und sich schließlich Jan Kerkmann (02:59:05h, TSV 1890 Bielefeld) vor Jan Kaschura (03:01:06h RunArtist Holzminden) durchsetzte, dritter wurde Ludwich Reicherstorfer (03:19:14h, LG Mauerweg Berlin e.V.), erlief bei den Frauen Merle Brunèe einen starken Start-Ziel-Sieg in einer beachtlichen Zeit von 03:33:25h (engelhorn sports team – MTG Mannheim). Platz zwei und drei belegten Annette Müller (03:45:39h, LG Nord Berlin Ultrateam) und Nadine Stillger (03:50:03h Frankfurt). Alle Ergebnisse hier.

Florian Reus aus Würzburg (24h-Weltmeister 2015) über “Rodgau 50”:

„Rein objektiv betrachtet ist der 50-Kilometer-Lauf in Rodgau eigentlich nicht besonders toll. Die Fünf-Kilometer-Runde ist nicht sonderlich spektakulär und Ende Januar herrschen in aller Regel auch nicht gerade Wohlfühltemperaturen. Trotzdem nehme ich schon zum siebten Mal teil und habe es noch nie bereut. Der Lauf hat sich einfach als ein tolles alljährlichen “Klassentreffen” der Ultramarathon-Szene etabliert. Es ist immer wieder schön in entspannter Atmosphäre viele bekannte Gesichter zu treffen. Die Veranstaltung bietet noch dazu ein super Preis-Leistungsverhältnis, sodass sich die 50 Kilometer auch super als langer Trainingslauf mit Gleichgesinnten anbieten.”

Stimmen zum Lauf:

Florian Reus (Alter: 35 – 03:39:16h, Laufgemeinschaft Würzburg)

“Für mich war es ein schöner Aufgalopp in die neue Ultralaufsaison. Ziel war es zwar zügiger unterwegs zu sein, als im Training, auf der anderen Seite sollte es aber auch nicht ans Limit gehen. Die Balance ist gut gelungen, sodass auf der Strecke auch noch genug Zeit für den ein oder anderen Smalltalk geblieben ist.”

©Florian Reus

Annette Müller (Alter: 34 – 03:45:39h, LG Nord Berlin Ultrateam)

“Ich persönlich bin zwar mit meiner Zeit nicht sooo glücklich, aber der Lauf an sich – die ersten 35 Kilometer zumindest 😉 – hat Spass gemacht. Ich hatte tolle Mitläufer, und die Atmosphäre war wieder schön. Man trifft so viele bekannte Gesichter. Die Ultralaufgemeinde ist mir irgendwie ans Herz gewachsen.”

©Willy Weber

Uwe Mirk (56 Jahre – Laufteam Fürth 2010)

“Das erste Mal war ich 2018 in Rodgau und war ziemlich stolz, 50 Kilometer geschafft zu haben. Dieses Jahr fuhr ich mit gemischten Gefühlen nach Rodgau. Schlecht vorbereitet, krank gewesen und die Ferse zwickte auch. Deshalb habe ich mir als 30 Kilometer als Ziel gesteckt. Das Schöne am Rundenlaufen ist ja die Möglichkeit jederzeit, also nach immer fünf Kilometer, auszusteigen. Und dann lief es besser als geplant. ? Ich bin relativ locker mit niedriger Herzfrequenz losgelaufen und bald war mit klar, dass heute ein guter Tag ist und ein Marathon locker drin ist. Am Ende der Runde mit dem Marathon nach 45 Kilometer war ich zufrieden und bin ausgestiegen, obwohl ich die 50 Kilometer wahrscheinlich in sechs Stunden geschafft hätte. Die Vorgabe war mit dem gleichen Lächeln aufzuhören wie beim Start. Es war wie immer in Rodgau ein super und mit viel Herzblut organisierter Lauf, bei dem ich auch Menschen von „Twitter“ getroffen habe.”

©Uwe Mirk

Britta Giesen (Alter: 48 – 03:51:53h, Laufwerk Hamburg e.V.)

“Der 50 Kilometer Lauf in Rodgau ist zu Beginn des Jahres schon mal die erste große Herausforderung. Diese sehr familiäre Veranstaltung ist perfekt organisiert und schon bereits im Vorfeld die tolle Berichterstattung über Facebook bringt ein schon Lust wieder hinzufahren. Die Strecke ist zwar etwas langweilig, aber durch die vielen Teilnehmer und die Stimmung an der Strecke vergehen die zehn Runden wie im Flug. In diesem Jahr waren die Bedingungen ziemlich perfekt, kein Wind, es hat zuvor nicht geregnet, sodass die Strecke trocken war und nicht matschig wie in anderen Jahren zuvor. Mein Mann Frank und ich waren heuer beide sehr erfolgreich, wir haben beide die Altersklasse gewonnen.”

Britta und ihr Mann Frank – ©Britta Giesen

Rene Saathoff (46 Jahre – outdoor-spirit.de )

“Das war bereits mein dritter Start in Rodgau. Ich glaube, es gibt nur zwei Meinungen zu dem Lauf – entweder man liebt ihn oder eben nicht. Zehn Runden a fünf Kilometer sind nicht jedermanns Sache. Ich komme gerne her, auch wegen der fast familiären Atmosphäre. Aufgrund von suboptimalem Training bin ich in diesem Jahr ohne Ambitionen gestartet und nach 40 Kilometer ausgestiegen. Das ist aber in Ordnung für mich. Heisst aber auch, dass ich nächstes Jahr wieder am Start stehen werde.”

Rene – 2019 in Rodgau – ©Rene Saathoff

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