Rückblick auf das Meisterschaftsjahr 2019

Ein Rückblick von Elisabeth Smolle auf das Meisterschaftsjahr 2019 – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Wer auf der Website des ÖLV nach „Meisterschaften 2019“ sucht, der findet eine irre lange Liste an Leichtathletik-Bewerben und Altersklassenwertungen. Obwohl meiner Meinung nach jede Leistung, vom ersten bis zum letzten Platz, egal ob U14 oder M/W-85, erwähnenswert ist, habe ich hier bewusst einiges ausgelassen, um den Rahmen nicht zu sprengen. Leider war es aus Platzgründen auch nicht möglich, auf jeden im ÖLV Kalender gelisteten Bewerb einzugehen, und daher habe ich ein paar „Rosinen“ heraugepickt, die vielleicht für den durchschnittlichen ambitionierten Hobbyläufer, wie ich es bin, interessant sind, und mich bewusst „nur“ auf die Ergebnisse der Allgemeinen Klasse beschränkt:

Weitere Details könnt ihr gern selbst nachlesen: https://www.oelv.at/de/wettkaempfe/terminkalender

Crosslauf

Ich möchte mit den Cross Staatsmeisterschaften am 10.03.2019 in Innsbruck beginnen: Wer Mitglied in einem Leichtathletikverein ist, der weiß, dass die Crossläufe meist der erste Saisonhöhepunkt sind – und für viele ein Grund, das Training in den Wintermonaten nicht schleifen zu lassen. Schließlich beginnt die Cross-Saison schon Ende Oktober! Bei den Staatsmeisterschaften im März konnte sich in der AK bei den Männern Isaac Toroitich KOSGEI (TGW Zehnkampf-Union) in 00:11:17 Minuten den Titel sichern. Auf dem 2. und 3. Platz folgten Markus HARTINGER (Kolland Topsport Gaal) in 00:11:20 Minuten, und Jürgen AIGNER (LAG Genböck Haus RIED)in 00:11:29 Minuten. Bei den Damen siegte Julia MAYER vom DSG Wien in 00:18:02 Minuten, vor Leyla RESHED (LCAV Jodl Packaging) in 00:18:02 Minuten und auf dem 3. Platz folgte Bernadette Schuster (SK Voest) in 00:18:18 Minuten. Ich persönlich finde ja die Crossläufe besonders spannend, da die Strecken, ähnlich wie bei den Bergläufen, nicht standardisiert sind (die Distanzen variieren etwas, und es geht über Hindernisse bzw. bergauf und bergab). Dennoch sind Crossläufe kurz und knackig, und daher ist mit einem entsprechenden Laktatanstieg zu rechnen – die meisten von euch wissen sicherlich, wovon ich spreche ?.

Bahn

Weiter geht es mit den 10.000-Meter-Bahnmeisterschaften in Regensburg am 23.03.2019: Manuel INNERHOFER vom LC Oberpinzgau gewann in einer tollen Zeit von 30:02,10 Minuten – vor Isaac Toroitich KOSGEI in 30:03,58 Minuten und Mario BAUERNFEIND (KUS ÖBV Pro Team) in 30:14,55 Minuten. Sandrina ILLES, ihres Zeichens eine ausgezeichnete und wie man sieht, extrem laufstarke Duathletin von der Union St. Pölten (sie ist ein heimliches Vorbild von mir), holte sich den Sieg in 34:02,00 Minuten. Auf dem 2. Platz folgte die mehrfache Österreichische Marathon Staatsmeisterin Karin FREITAG von der LG-Decker Itter (die ich ebenfalls sehr bewundere) in 36:13,98 Minuten und auf dem 3. Platz einmal mehr Leyla RESHED in 38:16,67 Minuten. Man beachte, wie vergleichsweise knapp die ersten drei Plätze bei den Männern zusammen liegen! Zu Bahn-Bewerben kann ich persönlich nicht aus eigener Erfahrung berichten, da ich noch nie an einem Bahn-Wettkampf teilgenommen habe. Aus Erzählungen weiß ich, dass oft das Überholen oder Überrunden anderer Bewerber viel Kraft kostet, und dass man sich den Bewerb gut einteilen muss (ab der wievielten Runde vor Schluss gebe ich nochmal Gas? „Ausbruchsstrategie?“).

Marathon

Nun komme ich zur Königsdisziplin – dem Marathon in Linz am 144.04.2019. (Okay, das ist natürlich subjektiv. Ich finde halt, der Marathon ist die Königsdisziplin der Leichtathletik. Oder auch der Ironman! Aber das ist, wie schon gesagt, Ansichtssache.) Zu den Ergebnissen in der AK: Bei den Männern gewann Christian KRESNIK vom LAC Amateure Steyr in 02:24:34 Stunden den Staatsmeistertitel. Wer sich erinnert: Christian KRESNIK gewann 2018 überraschend den Vizestaatsmeistertitel im Marathon (Salzburg), wobei er sich kurz entschlossen erst zwei Tage vor Nennschluss für das Rennen angemeldet hatte. Er hat sich in der Saison 2018/19 kontinuierlich gesteigert, und kann nun mit dieser, wie ich finde, extrem guten Zeit sicherlich zufrieden sein. Andreas ENGLBRECHT (Sparkasse Salzkammergut) wurde 2. In 02:32:47 Stunden, und Stefan SCHRIEBL (mein Vereinskollege vom LTV Köflach!) wurde dritter in 02:33:29 Stunden. Ich gratuliere herzlich! ? Cornelia STÖCKL-MOSER vom SC Leogang gewann bei den Damen den Staatsmeistertitel in 02:40:04 Stunden. (Ich enttarne mich als heimlicher großer Fan dieser starken Läuferin.) Meine Vereinskollegin Sarah Riffel, die 2018 eine super-starke Saison hatte, wurde 2. in 02:51:26, ihre bisherige persönliche Bestleistung – herzliche Gratulation! ? Den dritten Platz konnte sich Anna HOLZMANN vom LC Waldviertel in 03:07:15 Stunden sichern.

Berglauf

Nun komme ich zu einem, wie ich finde, ganz besonderem Event. Und zwar hat der Obmann des LTV Köflach, Stefan Mayer, diesen Bewerb (02.06.2019 in Graden bei Köflach) organisiert und mit viel Liebe zum Detail, wie ich finde, zu einem nahezu perfekten Erlebnis für alle Teilnehmer gemacht. Zum Beispiel gab es von jedem (!) der ins Ziel gelaufen ist, ein eigenes Finisher-Foto. Oder bei der Siegerehrung: da gab es eine extra Playlist, sodass jede Klassenwertung einen eigenen Song bekam, der die Ehrung untermalte. In der AK gewann Manuel INNERHOFER mit Respektabstand in 0:49:52 Minuten vor Alexander BRANDNER (Kolland Topsport Gaal) in 00:52:07 Minuten und Simon LECHLEITNER (LLZ Tirol) in 00:52:31 Minuten. Bei den Damen gewann – wie sollte es auch anders sein – Andrea MAYR vom SVS-Leichtathletik in 00:52:21 Minten (unfassbar – damit war sie gesamt Dritte!) vor Sandrina ILLES (0:59:37 Minuten) und Alexandra HAUSER (Kolland Topsport Gaal; 01:00:52 Studnen). [Kleine Anmerkung: ich wurde 4.]

Bergmarathon

Auf Berglauf folgt Bergmarathon (04.08.2019 in Kainach/Stmk.)! Ich persönlich liebe ja den Bergmarathon. Lang, streckenweise „zach“, dann wieder gemütlich. Bergab liegt mir ja nicht so… (ich bin zu ungeschickt, und muss extrem vorsichtig laufen, damit ich nicht „auf die Schnauze fliege“). Allerdings finde ich, dass der Bergmarathon doch einfacher ist als der Straßenmarathon, da man sich streckenweise „erholen“ kann (wenn es bergab geht z.B.), und da verschiedene Muskelgruppen beansprucht werden. Also, zu den Ergebnissen: Auf dem ersten Platz landete Lukas VASOLD vom Athletik-Klub Vasold Liezen in 03:30:12 Stunden, vor Stefan SCHRIEBL (wie gesagt, ein Vereinskollege vom LTV Köflach) und auf dem 3. Rang Peter SEEBACHER (Sparkasse Salzkammergut) in 03:46:40 Stunden. Ebenfalls vom LTV Köflach, holte Sarah RIFFEL, die in diesem Jahr eine extrem starke Saison hatte, den Staatsmeistertitel in 04:08:18 Stunden. Ich wurde mit einigem Abstand 2. In 04:18:21 Stunden und auf dem 3. Platz landete Veronika LIMBERGER (LC Waldviertel) in 04:21:25 Stunden.

Halbmarathon

Nun zu den Österr. Halbmarathon-Staatsmeisterschaften in Klagenfurt (25.08.2019): Peter HERZOG (Union Salzburg Leichtathletik) gewann in einer spitzenmäßigen Zeit von 01:03:53 Stunden vor Lemawork Ketema WELDEAREGAYE (SVS-Leichtathletik) in 01:05:14 Studnen und Timon THEUER (DSG Wien; 01:06:56 Stunden). Staatsmeisterin bei den Damen wurde Victoria SCHENK (LCU Euratsfeld) in 01:15:54 Studnen vor Eva WUTTI (SU TRI STYRIA), eine Triathletin, die sich erst kürzlich zu einer wahren Top-Läuferin entwickelt hat, und Leyla RESHED in 01:18:48 Stunden folgte auf dem 3. Rang.

10-Kilometer-Straßenlauf

Last but not Least: Die Österreichischen Meisterschaften im 10-Kilometer-Straßenlauf in Kirchberg an der Pielach am 15.09.2019: Hier gewann der im Halbmarathon Drittplatzierte, Timon THEUER vom DSG Wien in 30:27 Minuten vor seinem Vereinskollegen Stephan LISTABARTH (30:49 Minuten) und Manuel INNERHOFER (31:06 Minuten). Die sehr starke Julia MAYER vom DSG Wien holte in 34:16 Minuten den 1. Platz, vor Sandrina ILLES in 34:51 Minuten und Victoria SCHENK, der Staatsmeisterin im Halbmarathon (35:24 Minuten). Zu diesem Bewerb, an dem ich auch teilgenommen habe, kann ich sagen: Der kleine aber feine Ort Kirchberg an der Pielach war eine nette Kulisse für diesen Bewerb. Es galt, vier Runden zu absolvieren um die 10 Kilometer voll zu machen. Mit dem Wetter hatten wir ebenfalls großes Glück: sonnig, aber am Ende sogar einen Tick zu heiß für viele.

Ich möchte allen Vereinsläufern, allen Teilnehmern an den oben genannten Bewerben, ein großes Kompliment aussprechen. Ich finde, bei jedem Bewerb, egal ob Meisterschaft oder nicht, geht es darum, seine Grenzen auszuloten und möglichst alles zu geben. Man soll, so finde ich, niemals unzufrieden mit sich sein, wenn man sein Ziel vielleicht nicht erreicht hat. Solange man am Ende ehrlich sagen kann: ‚ich habe alles gegeben was an diesem Tag eben drin war‘, dann ist das schon der größtmögliche Erfolg, und soll auf jeden Fall gefeiert werden. (Einzig und allein wäre ich dann nicht mit mir zufrieden, wenn ich obwohl ich noch schneller laufen hätte können, einfach aus Bequemlichkeit oder mangels Motivation nicht mein Bestes gegeben hätte. ABER im Falle eines Wettkampfes ist mir das noch nie passiert. Da gebe ich immer alles, und egal ob ich dann auf dem letzten Platz lande, oder weit unter dem, was angeblich laut meinen Vereinskollegen bei mir „möglich“ gewesen wäre – ich bin zufrieden.)

Seid mit eurer Leistung zufrieden. Seid stolz, dass ihr konsequent und kontinuierlich zum Training geht. Oft kommt es halt nicht ganz so, wie man es sich wünscht. Aber es kommen auch die Läufe, wo man sich gar nichts erwartet, und sich dann selbst mit einer unerwartet guten Leistung überrascht.

Na dann – auf zur nächsten Herausforderung, oder? ?

Sportliche Grüße und eine erfolgreiche Saison 2020!

Eure Liesl