Runner’s High

Liebe Leser!

Wer unter euch hat schon einmal ein Runner’s High erlebt? Ich persönlich weiß ja nicht so ganz, wie ich das Runner’s High definieren soll.

Wenn man einen extrem guten Lauf hat (sei es nun im Training oder im Wettkampf), und man quasi das Gefühl hat, zu schweben – ist es das? Oder wenn man so dahinläuft, die Landschaft betrachtet, die Sonne scheint, es gerade nicht zu heiß oder zu kalt ist, die Beine sich total locker anfühlen und man kaum merkt, dass man sich gerade anstrengt? Ist es das?

Oder dieser zweite unerklärliche Energieschub, den man bei langen Läufen manchmal erlebt: Man hat schon geglaubt, „nix geht mehr“, hat sich plötzlich total kraft- und energielos gefühlt – und auf einmal hat man wieder Energie und Motivation, ja, richtig Freude am schnellen Laufen. Ist das ein Runner’s High?

All die oben genannten Situationen habe ich schon öfters erlebt. Wobei ich auch sagen muss, dass die allermeisten Trainingsläufe so zu 80% komfortabel und zu 20% anstrengend sind. Somit weiß ich diese speziellen Laufeinheiten, die sich einfach 100% super anfühlen, umso mehr zu schätzen!

Was ich allerdings definitiv als Runner’s High bezeichnen würde, ist folgende Situation: (Habe ich übrigens bislang nur in Wettkämpfen bei sehr intensiven Belastungen erlebt). Man rennt, man ist voll konzentriert und gedanklich mit dem Körpergefühl und der Belastung beschäftigt. Man rechnet im Kopf: Wenn ich diesen Kilometerschnitt halte, was kommt dann für eine Zielzeit heraus? Wie viele Kilometer sind es noch? Bin ich eigentlich langsamer geworden? Irgendwann ist man total versponnen in seinen eigenen Gedanken, man ist am Limit, man rennt was das Zeug hält. Und wenn man schon glaubt, es geht nicht mehr, und sich einfach nur die Ziellinie herbeiwünscht, bekommt man plötzlich ein „High“. Ich kann es nur so beschreiben! Auf einmal blickt man nicht mehr auf die Uhr, man denkt nicht mehr an den Pace oder an die noch verbleibenden Kilometer. Man rennt einfach nur und es ist unbeschreiblich toll. Das beste Hobby der Welt! Man fliegt. Die Zuschauer am Streckenrand feuern einen an, was die ganze Situation umso besser macht. Die Musik, welche von der Band am Streckenrand gerade gespielt wird, gibt einem zusätzlich Kraft und noch mehr Motivation und Freude! Die pure Freude am Laufen. Die Anstrengung ist egal – sie ist einfach Teil des Wettkampfes, aber nicht weiter störend. Man lächelt, man freut sich einfach, zu laufen, zu schwitzen und zu schnaufen. Man fühlt sich auf einmal so lebendig! Die letzten Kilometer bis zum Ziel verfliegen. Ein purer Genuss!

Das würde ich sagen – das ist wirklich ein Runner’s High! Leider habe ich das noch nicht so oft erlebt (vielleicht zehn Mal insgesamt), also bei Weitem nicht bei jedem Wettkampf. Wenn das Runner’s High aber kommt, dann muss man es genießen und voll auskosten! Ich weiß halt nie, wann es kommt und wie lange diese Hoch-Phase anhalten wird.

Aber es fühlt sich super an, keine Frage! Und dann weiß ich auch wieder, warum ich seit über 15 Jahren immer noch mit Begeisterung laufe.

Eure Liesl

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