Running is everywhere!

Liebe Leser,

Es gibt dieses Phänomen: Wenn man sich mit etwas gedanklich beschäftigt, dann begegnet man dieser Angelegenheit im Alltag gefühlt viel öfter, weil man einfach mehr darauf achtet. Als Beispiel, wenn man ein neues Auto einer ganz bestimmten Marke kaufen möchte, sagen wir einen Seat Leon, dann sieht man auf der Straße und auf den Parkplätzen plötzlich lauter Seat Leons. Oder wenn man sich für Hunde interessiert, und zum Beispiel selbst stolzer Besitzer eines Labradors ist, dann begegnen einem beim Spazierengehen auf einmal – ständig Labradors. Ihr wisst, worauf ich hinauswill.

Wenn man also Laufen als sehr intensives Hobby betreibt, dann merkt man erst, wie oft man im Alltag mit diesem Thema zu tun hat. Schon am Morgen, vielleicht auf der eigenen Laufrunde oder auf dem Weg zur Arbeit, begegnen einem Gleichgesinnte, die ebenfalls eine Runde drehen. Auf Plakaten oder in Prospekten, oder auf den Werbebannern im Internet: nur Laufschuhe, Laufbekleidung, GPS-Uhren, Trinkrucksäcke. (Wobei man natürlich bedenken muss, dass einem gerade im Internet dank Cookies als Läufer zunehmend solch einseitige Werbungen angeboten werden!) Weiters ist auffällig, wie viele Leute, die teilweise alles andere als sportlich aussehen, plötzlich mit einer Garmin oder Polar auf dem Handgelenk herumlaufen („damit ich mein Schrittziel von 7000 Schritten pro Tag erreiche“, oder „damit ich weiß, wenn ich nach der Pilates-Einheit vor drei Tagen endlich wieder meinen optimalen Erholungszustand erreicht habe“). Das selbe Spiel wie bei den Uhren wiederholt sich, wenn man einmal das Schuhwerk der Mitmenschen genauer betrachtet: Wie viele Leute doch im normalen Arbeitsalltag oder in der Freizeit mit top-Laufschuhen ausgestattet sind, Preisklasse 150 Euro aufwärts, wo sogar ich zweimal überlegen würde, ob ich mir nicht das Modell vom Vorjahr deutlich billiger übers Internet bestelle. Aber klar, zum normalen Gehen braucht man den allerneuesten, optimal gefederten Schuh mit „smarter Sohle“, die sich anpasst. Sonst droht bald eine Knieprothese, weil sich die Gelenke ja bekanntlich schnell abnützen in normalem Schuhwerk.

Was mich allerdings sehr freut, ist die Tatsache, dass man öfter auf Gleichgesinnte trifft, mit denen man über das Laufen fachsimpeln kann. Und man trifft auch einige, die zwar berichten „sehr gerne zu laufen“ – aber im Gespräch fällt schnell auf, dass es sich dabei eher um Jogger handelt, die alle 2-3 Jahre eine kurze Motivationsphase haben, aber mit denen man sich nicht so gut über Pace, Puls oder Trainingspläne unterhalten kann.

Laufen bzw. Joggen ist bekanntlich eine äußerst beliebte Sportart. Man kann sie beinahe immer und überall ohne viel Equipment, ohne Räumlichkeiten / Infrastruktur und ohne zeitliche Bindung an irgendwelche Kurse ausüben. Viele laufen nur hin und wieder, andere sehr häufig und konsequent. Manche nur, weil sie sich nachher richtig gut fühlen und stolz auf sich sind – andere, weil sie einfach nicht anders können und diesen Adrenalin-Flow beim Laufen beinahe täglich erleben wollen.

Sieht man sich um, begegnet man überall Überschneidungspunkten mit dem Laufsport! Und gerade das macht die Sportart ja aus – dass sie so bekannt und beliebt ist, dass praktisch jeder Mensch laufen kann, und Hobby- sowie Spitzenathleten sich bei den Lauf-Veranstaltungen begegnen und Erfahrungen austauschen.

Sozusagen, eine der coolsten Nebensachen der Welt.

Liebe Leser,

Nach über einem Jahr, in dem ich wöchentlich ein Kolumne geschrieben habe, möchte ich nun einen vorläufigen Abschluss machen (oder zumindest eine längere Pause). Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Texten ein bisschen zum Lachen oder Nachdenken gebracht habe 😊. Keep Running!

Eure Liesl

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