Paul Ruttmann kehrte zufrieden aus Dubai zurück

Paul Ruttmann war vor kurzem bei einem Triathlon in Dubai am Start. Wie es im erging und wie die Anreise verlief, darüber spricht der Gmundner mit uns im Interview.

Foto: ©Paul Ruttmann

Helden des Laufsports: Vor kurzem warst du bei einer Triathlon-Halbdistanz in Dubai am Start. Wie kam es dazu und wie verlief die Anreise?

Paul Ruttmann: Die Anreise war völlig problemlos und auch vor Ort merkte man bis auf Kleinigkeiten wie Maske und Einzelzimmer nichts mehr von einer Pandemie. Auch nicht verwunderlich bei einer Durchimpfung von über 60%. Strand a la Lignano zu guten alten Zeiten. Ich für meinen Teil verhielt anfangs vermutlich für die Menschen die Dubai bewohnen etwas gar vorsichtig. Ich kann beruhigen man legt die neu erlernten Verhaltensweisen auch schnell wieder ab. Das Rennen selbst wurde in den Check in Bereichen mit Einbahnsystemen, vorheriger Temperaturkontrolle und Desinfektion eines jeden einzelnen organisiert. Der Start selbst erfolgte bei allen dann wie immer. Welle bei den Amateuren und Masse bei den Profis. Die einzelnen auswärtigen Sportler hatten PCR-Tests von der Einreise vorzuweisen, die Menschen die Dubai bewohnen (Einheimische gibt es dort keine, zumindest nicht sichtbar) brauchten einen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden war. Soweit alles super organisiert und im wesentlichen nie anders als bisher. Einen großen Vorteil hat der Tango dann auch – Promeeting via Teams… Ein Traum!

“Das war mein bisher stärkstes Rennen überhaupt”

Paul Ruttmann kam zufrieden aus Dubai zurück.

Kommen wir zum Sportlichen! Wie verlief dein Rennen aus deiner Sicht?

Das Rennen war bis auf meine Schwimm Leistung sicher mit Abstand das stärkste was ich bisher zeigen konnte. Das das Ergebnis nur bedingt zur Performance passt, liegt leider an der dann doch unerwartet hohen Anzahl an Sportlern die sich nach dem Schwimmen in einer Spitzengruppe um ein Mannschaftszeitfahren bemühten. So fuhren Manche Sportler, welche ihre Daten veröffentlichten, in dieser Gruppe um die 60 Watt weniger als ich und waren bloß zwei Minuten langsamer als ich. Meine Fahrt am Rad war sicher eine der besten Performances im den letzten Jahren im Ironman-Zirkus – ich fuhr die zweitschnellste. Jemals gefahrene Zeit auf die 90 Kilometer und lief anschließend 1:13:12 Stunden auf die 21 Kilometer. Das war alles gut und ich bin zufrieden, wenn auch über das Verhalten der Spitze enttäuscht. Doper werden gesperrt und Lutscher werden gefeiert. Das spiegelt leider auch ein bisschen unsere Gesellschaft wieder. Egal, es kommen Rennen in denen wieder Kampfrichter bei den Profis mitfahren und auf der Radstrecke nicht alles nahezu komplett flach ist. 

Viele Amateure blicken neidisch zu den Profis auf, weil ihr euer Schwimmtraining absolvieren könnt. Wo kraulst du deine Längen und wie sah generell dein Training in den letzten Wochen aus?

Zu den neidischen Blicken der Amateuren kann ich nichts sagen. Ich denke dass keine Hobbysportler einem Profi etwas neidig sein sollten. Wenn Neid oder Missgunst jemand gebühren dann Hobbysportler die sich Privilegien erschleichen. Beschämend was sich da zum Teil seit den Zugangsbeschränkungen abspielt. Ich käme nie auf die Idee einem schaffenden Menschen die Ausübung seines Berufes neidig zu sein. Ich für meinen Teil fahre drei bis viermal pro Woche 130 Kilometer mit dem Auto um für 1,5 Stunden schwimmen zu können… Also alles nicht so romantisch wie man annehmen könnte. Ich habe aktuell keine andere Möglichkeit als immer von Gmunden nach Linz auf die Gugl zu fahren. In Vöcklabruck wird mir der Zutritt zur Schwimmhalle vom zuständigen Trainer Stefan Part untersagt. Es würde ihm nichts bringen wenn ich dort schwimme… Ja, klar! So lange solche Leute am Werk sind werden wir auch sportlich immer wieder auf der Stelle treten. Das BM.I, mein Arbeitgeber, erteilt mir eine Ausnahme vom Betretungsverbot der Sportstätten und der Hausmeister vom Schwimmklub untersagt mir das Training dort. Was soll man da noch sagen… Ich habe in den letzten Jahren genug erlebt um bei derartigen selbsternannten Leitfiguren nur noch den Kopf zu schütteln und nicht mehr zu sagen als zwingend notwendig, auch wenn es mich ärgert und meine Schwimmperformance vielleicht auch negativ beeinflusst.

Was waren deine bisher größten sportlichen Erfolge?

Meine größten sportlichen Erfolge waren definitiv die U23 WM (Rudern) und Silber sowie im Ruder-Weltcup ebenfalls Silber. Die Staatsmeisterschaften 2018 und 2019 im LD Triathlon gehören für mich persönlich auch dazu. Der Umstieg von Rudern auf Triathlon war wirklich nicht leicht. Ebenfalls in meinem Ranking: Platz sechs beim Ironman 70.3 in St Pölten und Platz vier beim Ironman Klagenfurt.

Paul Ruttmans Wettkampf in Zahlen:

Swim: 27:30 Minuten

Bike: 1:52:57 Stunden

Run: 1:13:12 Stunden

Gesamt: 3:38 Stunden

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