Saisonrückblick 2020 / Vorschau 2021

Text und Foto: Georg Franschitz/ÖLV

2020 war ein „anderes“ Jahr, fast nichts verlief wie geplant oder von Sportlern und Trainern erhofft. Die Hallensaison ging frühzeitig zu Ende und die Freiluftsaison begann verzögert. Und diese dann auch fast nur auf nationaler Ebene, außer der Halbmarathon-WM im Herbst mussten alle andern internationalen Großereignisse auf Welt- und Europaebene abgesagt bzw. verschoben werden.

Andreas Vojta (team2021.at) konnte bei den Balkan-Hallenmeisterschaften in Istanbul (TUR), bei denen erstmals ein ÖLV-Team am Start war, die einzige heimische Medaille des Jahres 2020 holen, indem er im 3.000m-Rennen souverän siegte. Und Hürdenspezialistin Karin Strametz (SU Kärcher Leibnitz) verbesserte den ÖLV-U23-Hallenrekord gleich mehrfach, zuletzt auf 8,19s.

Andreas Vojta konnte seine gute Form aus der Hallensaison mitnehmen und steigerte sich auf der 5.000m-Distanz gleich mehrfach, zuletzt auf 13:24,03min. Ähnliches galt für Karin Strametz, die am Ende der Freiluftsaison über die 100m Hürden 13,25s zu Buche stehen hatte. Noch stärker über diese Distanz war Beate Schrott, die mit 13,06s hauchdünn an die 13-Sekunden-Schallmauer heransprintete.

Im Straßenlauf gab es ebenso neue Rekorde. Zuerst konnte Timon Theuer (DSG Wien) im Jänner jenen über 5km auf 14:26min verbessern, bevor er nur wenig später im Halbmarathon von Barcelona mit 1:02:33 h die zweitschnellste je von einem Österreicher gelaufenen Zeit erzielte. Der 5km-Rekord wurde im Sommer dann von Peter Herzog (Union Salzburg LA) auf 13:54min verbessert, noch eindrucksvoller war allerdings der vom Salzburger im Oktober in London erzielte Marathon-Rekord, der nunmehr auf 2:10:06h steht.

Endgültig abgesagt werden musste jetzt die Crosslauf-Staatsmeisterschaft, die Ende November in Linz über die Bühne gehen hätte sollen. Zur Marathon-Staatsmeisterschaft, die für Mitte Dezember in Wien geplant ist, wird in den nächsten Wochen eine Entscheidung fallen.

Ausblick 2021

2021 wird, wenn denn alle Events stattfinden können, das „Super-Jahr“ schlechthin in der Leichtathletik-Geschichte. Gleich acht internationale Höhepunkte stehen auf dem Programm: Olympische Spiele, Hallen-WM, Hallen-EM, Junioren-WM, Junioren-EM, U23-EM, U18-EM und die Team-EM. Eine Riesenaufgabe sowohl für Athleten, Trainer und den Verband.

Aktuell gilt es einmal gut durch die Vorbereitung auf die Hallen-Saison zu kommen. Pandemiebedingt gibt es zwar einige Einschränkungen, größtenteils ist für die heimischen Spitzenathleten ein nahezu uneingeschränktes Training in den österreichischen Hallen möglich. Ob im Winter Trainingscamps in wärmeren Gefilden möglich sein werden, wird man erst in den nächsten Monaten sehen.

ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler: „Die nächsten Wochen und Monate werden eine große Herausforderung für alle, und natürlich auch für den gesamten Sport. Unsere Athlet/innen müssen trotz der schwierigen Umstände fokussiert und zielstrebig bleiben. Ich gehe davon aus, dass nächstes Jahr im Sommer die meisten Großereignisse stattfinden werden. Bei den Vergaben der Trophäen und Finalplätzen wird dann niemand fragen, unter welchen Bedingungen die Athlet/innen trainieren mussten, es wird die Leistung des Tages zählen. Somit wird die- bzw. derjenige, der mit der Gesamtsituation am besten umgehen kann, auch am besten abschneiden. Ich wünsche allen eine gesunde und konzentrierte Trainingsphase.”

Event    Ort        Zeitraum           

Hallen-EM/ Torun (POL)  / 4. – 7.3.

Hallen-WM/ Nanjing (CHN)/ 19. – 21.3.          

Team-EM/ offen/ 19. – 20.6.         

U23-EM/ Bergen (NOR)/ 8. – 11.7.           

U20-EM/ Tallin (EST)/ 15. – 18.7.         

Olympische Spiele in Tokio (JAP)/ 30.7. – 8.8.         

U20-WM/ Nairobi (KEN)/ 17. – 22.8.         

U18-EM/ Rieti (ITA)/ 26. – 29.8.

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