Stabis – Spaß oder notwendiges Übel? Oder gar nicht notwendig?

Liebe Leser,

Wenn nach einer trainingsintensiven Woche wieder mal etwas zwickt (Ansatzsehnenreizung am Knie, Achilles-Tendinitis, Plantar-Fasziitis,…) dann denke ich mir immer zwei Dinge: erstens: verdammt, jetzt kann ich ein paar Tage lang nicht so laufen wie ich gern würde und zweitens: verdammt, was mach ich bloß stattdessen – Die Antwort lautet: Stabis. Oder Crosstraining, auch genannt X-Training (nein, das heißt nicht unbedingt sich auf dem Crosstrainer in mentaler Stärke zu üben, sondern impliziert auch Krafttraining, Koordinationstraining, Schwimmen etc.). Alles was weniger Spaß macht als Laufen, sozusagen. Ich versuche mir immer einzureden, dass ich Stabis total gern mache. Und, dass Stabis immens wichtig sind, damit die kleinen Wehwehchen ausheilen und man wieder schmerzfreie Lauftrainings absolvieren kann. Tatsache ist aber: bei den Stabis kann ich nicht so abschalten oder in einen „Flow“ kommen, wie beim Laufen. Sie sind nicht monoton genug. Das pack‘ ich zerebral irgendwie nicht – aber wenn ich mich nicht vollgas konzentriere, dann hapert es an der Ausführung und das Training an der „Unterer-Rücken-Maschine“ im Fitnessdiscounter resultiert einfach nur in Schmerzen im LWS Bereich, sodass mich in der Arbeit alle fragen, warum ich so hatsche. Mein Fazit zum Thema Stabis (nach Rücksprache mit vielen anderen Läufern): 1. Ziemlich wichtig, 2. Auf eine g’scheite Ausführung achten, sonst tut’s nachher mehr weh als vorher und 3. Macht meistens weniger Spaß als Laufen. Soll ja auch so sein bei uns Ausdauer-Junkies! Während die Muskelprotze im Fitnessstudio das Laufband als kalorienverbrennende Qual empfinden, die nur dazu dient die sorgfältig hypertrophierten Muskelberge besser sichtbar zu machen, schielen wir bei jeder Kniebeuge sehnsüchtig zum Cardio-Bereich.

Ich wünsche euch allen einen verletzungsfreien Herbst (-Marathon)

Eure Liesl