Statistik zu Peter Herzog´s London Marathon

Text: Olaf Brockmann; Statistik zu London: Hannes Langer

Der großartige österreichische Marathon-Rekord von Peter Herzog am vergangenen Sonntag in London bewegt die Laufszene natürlich immer noch. Die Anerkennung, dass der Salzburger sogar bei widrigen Bedingungen als Zwölfter die nationale Bestmarke auf 2:10:06 Stunden steigern konnte, war in den letzten Tagen in allen Zeitungen und Internetplattformen enorm. Eine aktuelle, von Trainer Hannes Langer erstellte Statistik unterstreicht jetzt eindrucksvoll, wie großartig der 33-Jährige in London dem ständigen Regen, Wind und den geringen Temperaturen von 10 bis 13 Grad getrotzt hat und warum sein Rekord so schwerwiegend ist. Nur Peter Herzog und Stephen Scullion (Irl) konnten nämlich von den Top 12 ihre persönliche Bestzeit verbessern. Herzog pulverisierte auf dem ohnehin nicht leicht zu laufenden Rundkurs im St. James‘ Park seine im Vorjahr in Berlin aufgestellte Bestzeit von 2:10:57 gleich um 51 Sekunden, Scullion war als Elfter in 2:09:49 sogar um 2:12 Minuten schneller als bei seiner 2019 erzielten Bestzeit.

Alle anderen Läufer, die vor diesem Dup lagen, kamen nicht an ihre zuvor erzielte persönliche Bestzeit heran, sie litten allesamt unter den extrem schlechten Bedingungen. Shura Kitata (Äth) blieb mit seiner Londoner Siegerzeit von 2:05:41 52 Sekunden hinter seiner Bestzeit zurück, Vincent Kipchumba (Ken), Sieger des Vienna City Marathons 2019, kam als Zweiter mit 2:05:42 bis auf 33 Sekunden noch am nähesten an seine Bestzeit heran. Im Schnitt lagen die ersten elf Läufer in London weit über zwei Minuten über ihren „Hausrekorden“. Dass Eliud Kipchoge, der weltbeste Marathonläufer aller Zeiten, gleich 5:10 Minuten über seinem Weltrekord von 2:01:39 lag, war natürlich auch auf seine im Rennen erlittenen Behinderungen (Ohr blockiert und muskuläre Probleme) zurückzuführen.

Noch eine andere Statistik zeigt die errungene Konstanz von Peter Herzog auf nationaler Ebene. Er ist der einzige Österreicher, der zweimal unter 2:11 gelaufen ist. Eine Grenze, die neben ihm nur Lemawork Ketema (2:10:44) und Günther Weidlinger (2:10:47) unterboten haben. Weidlinger, inzwischen Präsident des oberösterreichischen Leichtathletik-Verbandes, hält einen anderen Rekord, er ist der einzige ÖLV-Athlet, der dreimal unter 2:13 geblieben ist.

Österreichische Bestenlisten im Marathonlauf

2:10:06h Peter Herzog London 04.10.2020

2:10:44h Lemawork Ketema Wien 07.04.2019

2:10:47h Günther Weidlinger Frankfurt 25.10.2009

2:10:57h Peter Herzog Berlin 20.09.2019

2:12:22h Gerhard Hartmann Wien 13.04.1986

2:12:23h Günther Weidlinger Frankfurt 30.10.2011

2:12:39h Günther Weidlinger Wien 19.04.2009

2:12:43h Michael Buchleitner Hamburg 25.04.1999

2:12:55h Valentin Pfeil Wien 07.04.2019

2:12:58h Michael Buchleitner Wien 16.05.2004

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