Teil 30 (KW 02/2019): Susanne Schreindl

2018 wurde Susanne Schreindl von der LG Passau erstmals bayrische Meisterin im Marathon. In München hat sie auch noch ihre persönliche Bestzeit knacken können. Es war im Jahr 2018 nicht die einzige Bestzeit die Susanne gelaufen ist. Wie lebt die erfolgreiche Ingenieurin für Umwelttechnik und was plant sie für die Zukunft? Das erfahren wir im Helden-Interview #30.

Helden des Laufsports: Hallo Susanne! Fangen wir mit dem Marathon an. Du bist in München 02:49:38 Stunden gelaufen und hast deine bisherige Bestzeit von 02:52:22 Stunden klar unterboten. Wie verlief das Rennen aus deiner Sicht?

Susanne: Der Marathon in München war mein bisher härtestes Rennen. Ich wusste, dass ich in einer guten Verfassung bin und dass ich, wenn alles perfekt läuft, eine Zeit deutlich unter 2:50 Stunden laufen kann. Dementsprechend sind wir (Tobias war als Tempomacher für mich im Einsatz) dann auch angelaufen und lagen bei der Halbmarathonmarke noch voll im Zeitplan.  Etwa bei Kilometer 27 hat plötzlich meine Wadenmuskulatur angefangen zu krampfen. Ab dann war der Rest des Rennens, vor allem psychisch, eine echte Herausforderung. Da ich ab ca. Kilometer vier vorne lag und wusste, dass ich bereits einen guten Vorsprung herausgelaufen hatte wollte ich die Führung natürlich auch nicht mehr abgeben. Sicher war ich mir bis zum Schluss nicht und von den letzten Kilometern weiß ich zugegebenermaßen nicht mehr viel. Ich war unheimlich froh, dass Tobias bis kurz vor dem Ziel nicht von meiner Seite gewichen ist. Das hat mir mental schon sehr geholfen. Unendlich glücklich war ich natürlich dann, als ich als Erste über die Ziellinie gelaufen bin.

Hdl: Diese tolle Zeit reichte für den Titel der bayrischen Marathon-Meisterin. Was bedeutet dir dieser Titel?

Susanne: Insgeheim habe ich schon im Vorfeld mit dem Sieg geliebäugelt. Aber beim Marathon kann so viel passieren, wie ich es dann ja auch selbst erleben musste. Für mich war dieser Sieg ein großer Traum und die Erleichterung war riesig dass es tatsächlich geklappt hat. Dass dazu noch der bayerische Meistertitel rauskommt ist natürlich eine schöne Zugabe. Das hat mir schon sehr viel bedeutet

Hdl: Wie hart war die Vorbereitung dafür und wie viele Einheiten pro Woche hast du absolviert?

Susanne: Die Vorbereitung für München ist super gelaufen. Ich konnte fast alle Einheiten, insbesondere auch die langen Läufe, problemlos absolvieren. Ich bin keine, die wahnsinnig viele Kilometer läuft, weil ich dann schnell verletzungsanfällig bin. Ich trainiere zwar täglich, mache aber zwischendurch auch immer mal wieder eine Alternativ-Einheit wie z.b. Radeln oder Schwimmen. Am Wochenende steht dann meistens ein langer Lauf über 30-35 Kilometer auf dem Plan. Unmittelbar in der Marathon-Vorbereitung steigen natürlich die Umfänge, für mich sind da aber 150 km/Woche schon das Höchste der Gefühle. Man muss das Ganze ja neben einem Vollzeitjob machen und das bringt mich bzw. uns schon hin und wieder an die Grenze.

Hdl: Dein Mann, Tobias, ist selbst ein Spitzenläufer und deutscher Marathon-Meister 2014. Trainiert ihr beide viel gemeinsam bzw. habt ihr denselben Trainer?

Susanne: Tobias und ich trainieren beide bei der LG Passau bei Günter Zahn. Günter war früher selber ein erfolgreicher Leichtathlet und bei ihm fühlen wir uns sehr gut aufgehoben. Er stimmt unsere Trainingspläne genau auf uns ab und versucht, dass wir hin und wieder auch gemeinsam trainieren können. Allzu oft klappt das aber nicht, weil Tobias leider (oder Gott sei Dank!?? ;-)) einfach schneller ist als ich und sich die Trainingseinheiten dann vom Tempo her meistens nicht vereinbaren lassen.

Hdl: Du bist in Deggendorf zuhause. Hast du dort eine Lieblingsstrecke?

Susanne: Das Schöne an Deggendorf ist, dass man hier quasi alles hat, was das Läuferherz begehrt. Flache Strecken an der Donau, hügelige Strecken durch den Wald und ein Stadion. Insofern gibt es viele Strecken, die ich gerne laufe. Meistens bin ich aber an der Donau unterwegs.

Hdl: Du läufst ja mittlerweile schon einige Jahre. Welche Bestzeiten und/oder Titel waren für dich am schönsten?

Susanne: Das schönste Erlebnis war für mich bisher der Sieg beim München Marathon. Insgesamt gibt es aber viele kleine persönliche Höhepunkte. Es muss nicht immer der erste Platz sein, sondern so ein Erlebnis kann z.b. auch mal eine persönliche Bestzeit sein, bei der man in einem Spitzenfeld 10. wird. Besonders stolz bin ich (als Langstrecklerin! ;-)) z.b. auf meine 3000 Meter Bestzeit von 09:47 Minuten. Auch der fünfte Platz in diesem Jahr bei der deutschen Meisterschaft über die 10.000 Meter war für mich ein überraschend schöner Erfolg.

Hdl: Von 800 Metern auf der Bahn bis zum Marathon bist du eigentlich alles gelaufen. Welche ist deine Lieblingsdistanz?

Susanne: Früher war ich mehr auf den kürzeren Strecken unterwegs. Im Laufe der Zeit hat sich das bei mir immer mehr in Richtung Langstrecke entwickelt, weil ich da auch bessere Leistungen erzielen konnte. Am besten gefällt mir mittlerweile die Halbmarathon-Distanz.

Hdl: Welche großen Ziele hast du für die sportliche Zukunft?

Susanne: Meine Marathon-Zeit würde ich gerne noch verbessern, weil ich weiß, dass da noch mehr drin ist. Außerdem sind die 17 Minuten über 5000 Meter für mich noch so eine magische Grenze, die ich gerne noch unterbieten möchte. Ansonsten natürlich: Gesund bleiben und nie den Spaß an der Sache verlieren!

Hdl: Wie viel Paare Laufschuhe verbrauchst du im Jahr und hast du eine favorisierte Marke?

Susanne: Ich denke so ca. acht bis zehn Paar Schuhe werden es sein. Ich habe normalerweise fünf bis sechs Paar Schuhe gleichzeitig im Einsatz und dabei sind mir mittlerweile sämtliche Modelle von New Balance am liebsten.

Hdl: Was machst du in deiner Freizeit wenn du nicht gerade am sporteln bist?

Susanne: Viel Zeit für anderes bleibt meistens leider nicht mehr, aber wenn dann lese ich gerne mal ein Buch oder treffe mich mit Freunden.

Hdl: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg und Gesundheit!

Susanne: Vielen Dank!

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