Teil 142 (KW 21/2021): Fabienne Schlumpf

Foto: ©Fabienne Schlumpf

Bei einem Elite Marathon im schweizerischen Belp gelang der im Kanton Zürich lebenden Fabienne Schlumpf (TG Hütten) ein sensationelles Marathon-Debüt. Mit 2:26:14 Stunden lief die 30-Jährige nicht nur Schweizer Rekord, sondern löste auch das Ticket für die olympischen Spiele in Tokio. Im Helden-Interview der Woche blicken wir auch darauf zurück, wie alles begonnen hat.

Helden des Laufsports: Wann und warum hast du mit dem Laufen begonnen?

Fabienne Schlumpf: Mit ungefähr zehn Jahren habe ich mit Leichtathletik angefangen und ein- bis zweimal pro Woche alle Disziplinen trainiert. Hoch- und Weitsprung machte ich am Liebsten. Ich merkte aber bald, dass die längeren Distanzen meine Stärke sind, obwohl mir das Training dafür nicht so Spaß machte. Mit 17 Jahren habe ich von meinem jetzigen Trainer Michi Rüegg erstmals einen Trainingsplan erhalten und mich seither langsam aufs Lauftraining konzentriert.

Was bedeutet das Laufen für dich?

Es ist mein Beruf und meine Leidenschaft. Ich liebe es, draußen an der frischen Luft zu sein und in der Natur zu laufen.

Welche waren deine bisher größten sportlichen Erfolge

Die Silbermedaille bei der EM in Berlin über 3000-m-Steeple war sicher ein Highlight meiner Karriere. Auch die Silbermedaille an den Cross-Europameisterschaften in Tilburg und die überraschende Finalqualifikation an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro über 3000-m-Steeple habe ich in sehr guter Erinnerung. Die Freude über mein gelungenes Marathon-Debüt ist ebenfalls sehr groß und ich bin gespannt, wo die Reise noch hinführt.

“Meine Silbermedaille in Berlin im Jahr 2018, war ein echtes Highlight”

Fabienne Schlumpf über ihre Karriere-Höhepunkte. In Berlin holte sie Silber über die 3000-m-Hindernis.

Gibt es Bestzeiten auf die du stolz bist?

Da kann ich keine Spezielle aufzählen. Mich freut besonders, dass ich eine große Spannweite habe und schon Erfolge von 1500 m bis Marathon feiern konnte.

Wie sieht bei dir eine intensive Trainingswoche aus?

In einer harten Trainingswoche kommt es schon mal vor, dass am Mittwochs zwei Tempoeinheiten auf dem Plan stehen. Am Samstag folgt dann ein weiteres Tempotraining und am Sonntag einen gesteigerten Longrun. Die Tage dazwischen werden mit Dauerläufen und Athletiktraining gefüllt.

“Ich bin gespannt, wohin die Reise noch geht”

Fabienne Schlumpf nach ihrem gelungenen Marathon-Debüt.

Trainierst du gerne alleine und oder eher in einer Gruppe?

Ich mag beides. Ich schätze die Abwechslung zwischen Trainingslagern, wo ich oft mit meiner Trainingsgruppe oder anderen Läuferinnen unterwegs bin, und zu Hause, wo ich auch oft alleine trainiere.

Hattest du schon mal mit schwereren Verletzungen zu kämpfen? Wie beugst du vor?

Im Jahr 2019 reihte sich bei mir eine Verletzung an die Nächste und ich konnte neun Monate nicht regelmäßig laufen. Ich hatte Stressreaktionen am Fuß und am Tibiaplateau sowie eine Entzündung an der Hüfte. Sonst blieb ich in meiner Karriere mehrheitlich von schweren Verletzungen verschont. Ich habe gelernt, gut auf die Signale meines Körpers zu hören, achte auf genügend Schlaf und ausreichend Erholung zwischen den Trainingseinheiten.

Wie wichtig ist dir eine gesunde und ausgewogene Ernährung?

Die Ernährung spielt in meinem Alltag eine Rolle und ich versuche mich gesund und ausgewogen zu Ernähren. Da gehört neben Obst und Gemüse auch mal ein Stück Schokolade oder Kuchen dazu. Wer viele Kilometer läuft kann auch viel essen.

“Wer viel läuft, kann auch viel essen”

Fabienne Schlumpf über Ernährung.

Welche Pläne hast du für die Saison 2021?

Zunächst steht die Erholung des Marathons im Vordergrund. Danach beginnt die Vorbereitung für meinen zweiten Marathon, welcher hoffentlich am 7. August in Sapporo stattfinden wird. Die Vorbereitung dafür werde ich teilweise in meiner zweiten Heimat St. Moritz absolvieren.

Gibt es neben den Sport auch eine andere berufliche Herausforderung?

Neben dem Sport arbeite ich 20% bei den Einwohnerdiensten der Stadtverwaltung Wetzikon.

Welche Hobbys hast du noch?

Das Laufen steht ziemlich im Mittelpunkt meines Lebens und alles ist darauf ausgerichtet. Wenn ich Zeit habe verbringe ich sehr gerne Zeit mit meiner Familie und Freunden oder backe etwas.

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