Tempoeinheiten im Winter? Ja oder nein?

28.12.2018: Autor: Mario Friedl (36) aus St. Martin im Innkreis.

Der Herbst ist vorüber und die großen und „wichtigen“ Veranstaltungen sind vorbei. Jetzt heißt es mal einen Gang zurückschalten. Die Experten sind sich einig, wenn man sich im Internet so durchliest, dass im Winter wöchentliche Intervalle überflüssig sind. Doch welche Hobbysportler verzichten in der kalten Jahreszeit wirklich auf „viele“ Intervalle oder Tempoläufe?



„Die Sieger des Sommers werden im Winter gemacht“

Im Dezember, nach einer kurzen Saisonpause, geht das Training wieder los. Jetzt sollten die Grundlagen für die neue Saison gelegt werden. Viele kurze und lange Läufe im Ausdauerbereich sind im Dezember und Jänner wichtig um eben in der neuen Saison wieder voll angreifen zu können. Vor kurzem hat eine sehr erfolgreiche Läuferin geschrieben: „Um wirklich in Form zu sein, muss ich jetzt noch ein bisschen außer Form bleiben.“ Sprich man sollte den Mut haben in dieser Jahreszeit etwas an Schnelligkeit zu verlieren.

Wie sieht die Wirklichkeit aus?

Doch wie viel Tempo ist erlaubt und sinnvoll? Spitzenläufer gehen vermutlich wirklich den Weg und verfolgen auch im Winter einen Aufbauplan für die neue Saison. Ich persönlich sehe das als Hobbyläufer etwas anders. Auch in dieser Jahreszeit mache ich Tempoläufe und Intervalltraining. Vermutlich bin ich dann am Punkt nicht in topform, allerdings geht mir ansonsten die viel zitierte Lockerheit verloren. Im Winter gehe ich raus und wenn ich bock habe dann laufe ich auch schnell.

Alternative Laufband!

Nicht nur hier in Oberösterreich haben wir mittlerweile sehr milde Winter. Die Trainingsbedingungen sind meistens sehr gut und Tempoläufe sind ohne Verletzungsgefahr (Rutschgefahr) möglich. Aber auch in den Gebieten wo es kälter ist und mehr Schnee liegt können Läufer Tempoeinheiten absolvieren. Ein Laufband findet sich immer irgendwo. Ich mache gerne mal eine Tempoeinheit am Laufband. Ein Lauf am Laufband kommt mir generell schon leichter vor als auf der Straße oder auf der Bahn, hier ist es wichtig das Ganze richtig einzuschätzen. Laufe ich im Training auf der Straße 10 Kilometer in SUB 40 sollte sich am Laufband SUB 39 genau so „leicht“ anfühlen. Das gleiche gilt auch für Intervalle oder Fahrtspiele, hier darf man ebenfalls ruhig einige Sekunden schneller laufen als draußen. Eine weitere Option wäre einen Anstieg zu simulieren.

Egal wie man es macht, es soll Spaß machen!

Jeder hat eine andere Motivation. Für mich ist es wichtig beim Laufen Spaß zu haben und außerdem muss auch im Winter viel Tempo dabei sein denn der nächste Silvesterlauf kommt bestimmt. 😉


Tempotraining gehört für mich genau so dazu, wie in den anderen Jahreszeiten auch! Unser Körper ist aufgrund der Jahreszeiten sehr anpassungsfähig, und daher gehören für mich Intervalleinheiten auch im Winter dazu.

Bernadette Schuster (37) – 10 Kilometer-Bestzeit 35:36 Minuten

Ich lasse meine Sportler nur im geringen Bereich in Tempoeinheiten trainieren. Lege sehr viel Wert auf den Grundlagenausdauerbereich und hier hauptsächlich nach Puls gesteuert. Je nach Trainingsverfassung und Vorbereitungsperiode steuere ich die verschiedenen Tempoeinheiten. Wichtig ist für den- und die Läuferinnen eine gute Grundlagenausdauer zu schaffen.

Christian Pflügl (40) – ehemaliger Laufprofi

Sportliche Grüße Mario!