Thea Heim knackt EM-Norm: “Die großen Ziele kommen erst”

Die 27-jährige Thea Heim lieferte letzte Woche beim Barcelona Halbmarathon eine absolute Topleistung ab. Die Münchnerin, die solche Leistungen neben einem 40-Stunden-Job erbringt, unterbot dort das Limit für die Leichtathletik-Europameisterschaften 2020 in Paris. Im Interview spricht sie darüber, dass sie sich eigentlich gar nicht speziell auf Barcelona vorbereitet hat, und über ihre Pläne für das Frühjahr.

©Fabian Laukamp

Helden des Laufsports: Gratulation! Was ging dir nach diesen 01:13:23 Stunden als erstes durch den Kopf?

Thea: Nicht viel. Ich war ziemlich platt. Die Zielgerade ist ziemlich lang und ich dachte zuerst, dass ich über 01:14 Stunden bleiben würde. Aber dann kam das Ziel schnell näher und ich wusste, dass es eine persönliche Bestzeit werden würde.

Hdl: Das Starterfeld in Barcelona war wirklich Weltklasse. War es für dich klar, dass du dort die EM-Norm attackierst und wie verlief das Rennen aus deiner Sicht?

Thea: Insgesamt liefen die letzten zwei bis drei Jahre recht gut. Und auch das Training seit Dezember, wo wir mit der Marathonvorbereitung angefangen haben, lief sehr gut. Ich habe meine höchsten Umfänge jemals absolviert. Aber auch die Qualität war besser denn je. Ziel war es eine Bestzeit zu laufen (bisher 01:13:57 Stunden) und das wäre sowieso die Norm gewesen. Aber das stand für mich und meinen Coach gar nicht im Vordergrund. Es ging eher darum zu sehen, ob unser Training anschlägt. Barcelona haben wir auch nicht explizit vorbereitet. Schwerpunkt in den ersten zwei Monaten des Marathontrainings war eher die aerobe Ausdauer. Ziel war eine 01:13:30 Stunden bis 01:13:50 Stunden zu laufen. Leider bin ich den ersten Kilometer zu schnell gelaufen (03:14min/km). Das habe ich hinten heraus dann gemerkt. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit dem Rennen und dem Ergebnis.

Hdl: Bereits im Februar so im Form zu sein, ist schon beeindruckend. Wie lange und wie intensiv hast du dich darauf vorbereitet?

Thea: Wie schon beschrieben, habe ich, nach einer Pause im November, im Dezember meine Marathonvorbereitung gestartet. Der Halbmarathon war ein erster Test. Im Dezember bin ich in München einen Zehn-Kilometer-Lauf in 03:29min/km gelaufen. Ziel war es diese Geschwindigkeit weiter mit nach oben zu nehmen. Das hat jetzt beim Halbmarathon sehr gut geklappt (03:28min/km). Aber wir haben den Barcelona Halbmarathon jetzt nicht mit speziellen Tempoprogrammen vorbereitet, da für mich das Frühjahr mit Halbmarathon und Marathon im Vordergrund steht. Insgesamt haben wir bisher recht wenig laktatintenisve Anteile absolviert, weshalb ich auch den ersten schnellen Kilometer etwas stärker gemerkt habe.

Hdl: Was ist für den weiteren Saisonverlauf geplant?

Thea: Jetzt geht es erstmal in einen weiteren Trainingsblock. Ende März/Anfang April möchte ich dann wieder einmal die 10.000 Meter und einen schnellen Halbmarathon laufen – mit dem Ziel meine Bestleistungen zu steigern.

Hdl: Gibt es wichtige Personen hinter dem „Projekt“ Thea Heim?

Thea: Ich würde mich jetzt nicht nur als „Projekt“ bezeichnen. Mein Coach Norman Feiler und ich arbeiten jetzt seit zehn Jahren zusammen, wir haben um mich herum einiges entwickelt. Marketingteam, Trainingsgruppen und einzelne Projekte („greenathlete“). Dies ist natürlich gewachsen und immer an den Bedürfnissen von mir oder auch anderen Athleten in der Gruppe ausgerichtet worden. Aber es gibt, neben meiner Familie, einige Personen, die mit Leidenschaft dabei sind. Ich würde auch nicht sagen, dass andere „hinter“ mir stehen, sondern neben mir. Nur ich stehe vielleicht mehr im Rampenlicht als andere im Team.

Info: Ein Interview mit dem österreichischen Läufer Timon Theuer, welcher ebenfalls die EM-Norm knackte, findet ihr hier.

©Fabian Laukamp

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