Teil 122 (KW 45/2020): Thomas Streif

Foto: ©Thomas Streif

Helden des Laufsports: Wann und warum hast du mit dem Laufen begonnen?

Thomas Streif: So wirklich regelmäßig erst vor einigen Jahren. Früher war es für mich in aller Regel eine reine Qual, da war ich schon nach wenigen Kilometern mehr oder weniger fertig mit der Welt. Ich habe mir gedacht, dass ich mit einem Mini-Lauf pro Monat meine Kondition beim Tennis verbessern könnte. Rückwirkend: da habe ich mir wohl getäuscht. Mittlerweile ist es ein wichtiger Ausgleich. Es gibt kaum ein besseres Gefühl als nach einer kleinen Laufrunde. Im Gegensatz zu anderen Sportarten, wie zum Beispiel Tennis, ist man völlig unabhängig und kann fast immer und überall die Schuhe schnüren und loslaufen. Nachdem ich kaum weiter als zehn Kilometer laufe, ist es meistens innerhalb von einer Stunde erledigt.

Wie oft schnürst du in der Woche die Laufschuhe?

Durchschnittlich gesehen in diesem Jahr vier bis fünf Mal die Woche. Heuer ist es – vor allem wegen der Corona-Situation im Frühling – ein besonderes Jahr, weil ich in den Monaten März, April und Mai für meine Verhältnisse überdurchschnittlich viel gelaufen bin. Recht viele Optionen gab es ja in sportlicher Hinsicht zu der Zeit nicht. Interessant war, wem man zu Beginn des Lock-Downs so aller mit Laufschuhen gesehen hat. 😉 Wenn alles einigermaßen nach Plan läuft und ich verletzungsfrei bleibe, könnten sich heuer die 2000 Kilometer ausgehen. Das wird, da bin ich mir ziemlich sicher, eine einzigartige Ausnahme bleiben.

Wo befindet sich deine Lieblingsrunde und wie lange ist diese?

Eine Lieblingsrunde im eigentlichen Sinne habe ich eigentlich nicht. Mir persönlich wäre an jedem Tag eine neue Strecke am liebsten, das spielt es halt in der Realität nicht wirklich. Daher laufe ich zum Beispiel auch bei Urlauben – egal ob in Österreich oder im Ausland – gerne, weil man da nie so recht weiß, was einen erwartet.

Bist du Genussläufer oder machst du auch bei Wettkämpfen mit?

Ich bin bisher drei Mal bei einem Halbmarathon mitgelaufen. Das Durchkommen war jeweils das primäre Ziel. Was irgendwelche Zeiten betrifft, kann ich keinen echten Ehrgeiz entwickeln, zumal da sowieso nicht viel drinnen wäre. Mir geht es darum, mich körperlich und konditionell wohl zu fühlen und da ist das Laufen perfekt. Dass ich wahrscheinlich zwei Drittel meiner Läufe nicht alleine absolviere, macht es weit leichter. Danke an dieser Stelle an alle, die sich mit mir abmühen und sich an mein Tempo anpassen.

Was waren deine bisherigen Lauf-Highlights?

Der erste Halbmarathon im Herbst 2014 in Palma (Mallorca). Ich bin damals nur sehr, sehr sporadisch gelaufen und hab es mehr oder weniger aus dem Stand probiert. Es ist sich ausgegangen, die nächsten Tage waren wegen des furchtbaren Muskelkaters mehr als mühsam. Die Gänsehaut-Momente auf den letzten paar Kilometer waren das aber allemal wert. Hier gibt‘s einen Erfahrungsbericht von damals.

Hast du besondere sportliche Ziele für die Zukunft?

Nein, nicht wirklich, außer in der Tennismeisterschaft noch einige Jahre halbwegs konkurrenzfähig zu sein. Da kann mir eine gute Kondition aufgrund meiner Spielweise nicht wirklich schaden.

Was ist deine Motivation beim Sport? Fällt es dir oft schwer dich aufzuraffen?

Je regelmäßiger ich Sport mache, desto weniger schwer ist es, den inneren Schweinehund zu überwinden. Wenn ich vier, fünf Tage keine Bewegung mache, werde ich unentspannt, daher fällt mir die Überwindung in aller Regel nicht allzu schwer. Dass es oft Tage gibt, an denen ich wenig Lust habe zu laufen, ist auch eine Tatsache. An diesen ist das Gefühl danach aber noch besser als sonst.

Läufst du am liebsten alleine oder in der Gruppe?

Meistens in der Gruppe, Laufen hat für mich vor allem einen sozialen Stellenwert.

Welche Hobbys, außer dem Sport, hast du noch?

Reisen und verschiedenste Unternehmungen.

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