Toller Saisonabschluss für Vojta: Ganz souverän zum 37. Meistertitel

Text und Bilder: Olaf Brockmann

Großartiger Saisonabschluss für Andreas Vojta! Der 31 Jahre alte Niederösterreicher sicherte sich in Tattendorf bei Wien bei den österreichischen Meisterschaften im 10-km-Straßenlauf überlegen den Titel in 29:31 Minuten. Dies war bereits sein 37. Gold bei österreichischen Leichtathletik-Meisterschaften. In der langen Geschichte dieser Titelkämpfe ist Andi bei den Männern hinter Günther Weidlinger (53) und Dietmar Millonig (41) die Nummer 3 der Titelhamsterer. Bei den Damen setzte sich Sandrina Illes in 34:36 gegen Julia Mayer (34:59) durch.

Vojta, Theuer, Steinhammer…

Andi Vojta hat heuer trotz der Corona-Epidemie eine großartige Saison hingelegt! Von 1500 m bis hin zu den 10.000 m sorgte er für eine Vielzahl von Klasseleistungen. In 2020 lief er gleich drei persönliche Bestzeiten – bereits in der Halle über 3000 m in 7:51,17, dann im Sommer auf der Bahn über 5000 m in 13:24,03 und über 10.000 m in 28:30,28. Dass es in Tattendorf bei den von Peter Stampfl glänzend organisierten 10-km-Meisterschaften nicht auch noch ein persönlicher Rekord wurde, verhinderte allein der Wind…

VOM GEGENWIND GEBREMST

Denn auf dem 10-km-Rundkurs hatten die Läufer auf dem ersten Teil mit einem kräftigen Gegenwind zu kämpfen. Dies vermasselte dem von Wilhelm Lilge trainierten Athleten die Verbesserung seiner Bestzeit von 29:08 Minuten. Dennoch waren seine 29:31 die viertbeste Siegerzeit in der Geschichte dieser Meisterschaften. Die schnellste Meisterschaftszeit hält Günther Weidlinger mit 29:05. Nur Weidlinger, jetzt Präsident des oberösterreichischen Verbandes, hat mit fünf Titeln mehr Goldene im 10-km-Straßenlauf gewonnen als Andi Vojta (4). „Ich bin mit dem Abschluss meiner Saison sehr zufrieden“, zeigte sich Vojta auch sehr zufrieden, der vor Timon Theuer (30:13) und Christian Steinhammer (30:41) in Tattendorf gewann, „aber der Wind war schon eine Katastrophe. Unter diesen Bedingungen kann sich meine Zeit noch sehen lassen.“ Jetzt hat Vojta vom Wiener Verein „team2012.at“ eine kurze Ruhepause, ehe er das Olympiajahr angeht, wo er sich über 5000 m für Tokio qualifizieren will. Gerne würde Vojta zwar auch in der Halle laufen, aber ob es überhaupt eine Saison unter dem Hallen-Dach geben wird, steht wegen der Epidemie in den Sternen.

NACH SECHS KILOMETERN ATTACKIERT

Im Damen-Rennen hatte Julia Mayer zunächst die Tempoarbeit geleistet. Auf den ersten fünf Kilometern – bei Gegenwind – lag sie stets vor Sandrina Illes. „Das hat schon Kraft gekostet“, meinte Julia Mayer später, „die Kraft ließ dann nach 6 km etwas nach.“ Dies nutzte Sandrina Illes, die über ihren Titelgewinn selbst ordentlich überrascht war. „Ich wollte im Rennen möglichst lange bei Julia dranblieben. Als ich merkte, dass sie bei Kilometer sechs etwas nachließ, hatte ich attackiert.“ Dies war ihr erfolgreicher Angriff auf ihren zweiten 10-km-Titel nach 2018.

Staatsmeisterin Sandrina Illes.

KAMENSCHAK SETZT REKORDREIGEN FORT

Einen tollen Nachwuchsrekord gab es aber in Tattendorf zu verzeichnen! Der noch 16 Jahre alte Kevin Kamenschak gewann das 5-km-Rennen in der U18-Klasse und verbesserte in 14:55 den drei Jahre alten österreichischen U18-Rekord von Albert Kokaly (15:24). Und gleich hinter Kevin Kamenschak, der heuer schon mehrmals groß aufgetrumpft hatte, blieb Emil Bezecny als Zweiter in ebenfalls großartigen 14:58 unter der alten Bestmarke von Kokaly.

Kevin Kamenschak.

10-km-Staatsmeisterschaften im Straßenlauf: Männer: 1. Vojta 29:31, 2. Theuer 30:13, 3. Steinhammer 30:41, 4. Bauernfeld 31:45; Frauen: 1. Illes 34:36, 2. Mayer 34:59, 3. Früh 36:15.

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