Triathlon: Alexander Biereder qualifiziert sich für die Age-Group-EM

Triathlon: Alexander Biereder qualifiziert sich für die Age-Group-EM

Juni 2022:Vor kurzem fanden in Wels die österreichischen Staatsmeisterschaften über die Sprint Distanz statt. Alexander Biereder (42) qualifizierte sich dabei für die Age-Group Europameisterschaften in München. Der Welser (starlim racing team wels) spricht über diese EM und erklärt uns mal genauer, welche Distanzen es beim Triathlon überhaupt gibt.

Alexander mit seiner Familie. Foto: ©privat

Triathlon kann verwirrend sein. Welche Rennen und Distanzen hast du zuletzt absolviert?

Alexander Biereder: Am Samstag fanden die österreichischen Meisterschaften der Masters (40+) mit Windschattenverbot statt. Am Sonntag dann noch die Staatsmeisterschaften mit Windschattenfreigabe bis zur Klasse der 35-39-Jährigen. Beide Rennen sind ausschließlich für ÖTRV-Lizenznehmer. Für Triathleten ohne Lizenz gab es am Sonntag noch das offene Rennen. Das „open race“. Die Landesmeisterschaften in der Sprintdistanz werden über einen Sprint-Cup ermittelt. Dazu zählt auch das „open race“ von Wels. Nicht nur für außenstehende kann das verwirrend sein. Die Sprintdistanz sind 750 m schwimmen, 20 km Radfahren und fünf km laufen.

“Nicht nur für außenstehende kann Triathlon verwirrend sein.”

Alexander Biereder über seinen Sport und die verschiedenen Disziplinen.

Du hast dich hier auch für die die Age-Group EM qualifiziert? Was ist das genau?

Neben der Elite-EM findet in München auch die Altersklassen-EM statt. Die Age-Group EM ist die Europameisterschaft der Amateure, wenn man das so reduzieren will. Unterteilt wird in fünf Jahres Schritten, wobei ab 40 Jahren von den Masters gesprochen wird. Ich starte in der Altersklasse 40-44. Unterschieden wird im Triathlon grundsätzlich in Jugend, Elite und Age Grouper. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten, wird Triathlon von jung bis alt betrieben. In Wels war der älteste Teilnehmer 77 Jahre und bei den Ironman World Championships haben schon 82-jährige die Ziellinie überquert. Für die Age-Group-EM gab es mehrere Qualifikationsrennen, wobei sich bei den „normalen“ Rennen die besten drei qualifizieren konnten. Bei den österr. Meisterschaften, da diese besser besetzt sind, können sich die besten fünf qualifizieren. Mit meinem fünften Platz habe ich mich übrigens auch für die Age-Group-WM 2023 in Hamburg qualifiziert.

Foto: ©Tri your life

Wie verlief dein letztes Rennen?

Mein letztes Rennen war in Anbetracht der Umstände, dem Rennen am Vortag, ganz gut. Entgegen der Empfehlung meines Coaches bin ich Samstag abends um 19:45 und am Sonntag um 10:45 gestartet. Schwimmen (Fünfte Zeit gesamt) und Radfahren (Neunte Zeit) waren jeweils super, mit nahezu identer Leistung wie am Vortag. Beim Lauf merkte ich dann doch die Erschöpfung und konnte nicht mehr mein gewohntes Renntempo laufen. Vermutlich liegt‘s auch a bissal am Alter. 😉

Und das Rennen davor?

Das waren die öst. Meisterschaften (40+). Vor diesem Rennen hatte ich großen Respekt, einerseits wegen des großen Starterfeldes, andererseits vor den gut trainierten Mitbewerbern. An fünfter Stelle liegend beendete ich das Schwimmen, konnte eine solide Leistung am Rad abliefern, wo ich gleichzeitig einige taktische Fehler machte und zu viel Zeit und Power liegen ließ. An neunter Stelle liegend ging’s für mich dann auf die Laufstrecke. Nach einigen Platzierungsrochaden konnte ich das Rennen aber an der gesamt neunten Stelle und Rang fünf (AK 40-44) beenden. Für meine erste Saison auf der Sprintdistanz bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.  

“Es erfüllt mich mit Stolz, an so einem Event teilzunehmen zu dürfen”

Alexander Biereder freut sich auf München, qualifizierte sich aber auch für die WM 2023 in Hamburg.

Was hast du bei der EM in München vor?

Erfahrung sammeln, die Atmosphäre wirken lassen und natürlich alles geben! Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich mir das gesamte Programm ansehe. Anlässlich dem 50 Jahr Jubiläum der olympischen Spiele in München finden die European Championships 2022 für neun Sportarten statt. Darunter eben auch die EM über die Sprintdistanz. Wenn ich auch einer unter vielen bin, erfüllt es mich mit Stolz, an so einem Event teilnehmen zu dürfen.

Wie sieht dein aktuelles Training aus?

Grundlagentraining gepaart mit kurzen Intervalltrainings für die Spritzigkeit beim Rennen in München. Je drei Mal die Woche schwimmen, laufen und Rad fahren. Das EM-Rennen ist für mich gleichzeitig eine Premiere mit Windschattenfreigabe. Vom Zeitfahrrad darf ich auf das Rennrad umsteigen und lernen, in der Gruppe zu fahren. Wer glaubt, Triathlon sei „nur“ swim-bike-run, der irrt. Bei diesem Format sind auch der Wechsel und die Fahrtechnik wichtig für eine möglichst gute Platzierung.

Foto: ©Tri your life

Du hast 2019 ein Haus gebaut und hier weniger Sport gemacht, war es für dich schwer, wieder ins Wettkampftraining zu kommen?

Ja und mit dem Haus erblickte auch unser Sohn Moritz das Licht der Welt. Einige Monate habe ich fast keinen Sport gemacht, musste dann aber wieder was tun. Anfangs war es unvorstellbar, wieder Bewerbe zu machen. Nach und nach kam ich langsam aber wieder rein und schnell war auch der Wunsch nach Rennen wieder da.

“Einige Monate habe ich keinen Sport gemacht, es war unvorstellbar, wieder an Bewerbe teilzunehmen.”

Biereder baute ein Haus und wurde Vater. Das Comeback ist ihm dann doch gelungen.

Gibt es schon Pläne für nach der EM?

Das eine oder andere Rennen steht noch am Programm, je nachdem, ob ich noch Punkte für die Landesmeisterschaften benötige. Ein Stockerlplatz beim Sprint Cup war mein eigentliches Ziel. Die Qualifikation für die EM hatte ich nicht am Plan und ist noch immer eine Überraschung für mich. Dann kommt jedenfalls die „Off-Season“ und eine kurze Trainingspause.

Die Bestzeiten von Alexander Biereder:

Ironman: 10:34 Stunden

Mitteldistanz: 4:33 Stunden

Sprintdistanz: 58 Minuten in Wels (schnelle Schwimmstrecke).

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