Verletzung, unendlich aufzubringende Geduld und der Starke Wille, dass was man liebt nicht aufzugeben!

Von Bernadette Schuster.

Wer kennt es nicht, Verletzungen und der oft damit verbundene Leidensweg. Pausieren zu müssen und den Schmerz und Beschwerden einfach zu ertragen.

Foto: ©Bernadette Schuster

Oft sind Verletzungen nur von kurzer Dauer und mit ein paar Tage oder einer Woche ist meist der Spuk auch wieder vorbei, aber was ist, wenn es hartnäckiger und komplexer ist? Da ich schon an die 25 Jahre fast täglich laufe, Wettkämpfe bestreite und ich auch mit 39 nicht mehr die Jüngste im Amateur-Leistungssport bin, kommt es halt auch immer wieder zu Problemen. Mit Vollzeit Job und viel körperlicher Arbeit, leidet dann wohl oder übel meist auch die Regeneration darunter. So hatte ich auch immer wieder div. Verletzungen, die mich kurzfristig gebremst haben, aber mit ein bisschen weniger Laufen bzw. viel Alternativtraining mit Rad und Bergtouren, löste sich das meist das Problem wieder auf. Nie hätte ich mir erträumen lassen, über ein Jahr auf Wettkämpfe (abgesehen von Corona) verzichten zu müssen und auch nahezu keinen beschwerdefreien Trainingslauf geschweige denn Intervalle laufen zu können. Leider war es so und nach über einem Jahr bin ich immer noch mittendrin…

Konkret habe ich Probleme am Ansatz des zweiköpfigen hinteren Oberschenkelmuskels, auch genannt Bizeps Femoris. Das Komplexe daran ist, das an diesem Ansatz viele weiter wichtige Muskelpartien und Gelenke involviert sind (u.a Knie und Hüfte ) und so zusätzlich auch immer wieder andere Probleme hinzukamen. Die typischen Anzeichen dafür sind, teils starke Schmerzen über den Sitzbeinhöcker, der über den hinteren Oberschenkel, Hüfte und ins Knie und Waden verläuft. Längeres Laufen, Bergläufe und auch vor allem Längeres Sitzen (Autofahrten) waren meist eine Qual und teilweise kaum auszuhalten.

Im Oktober zog ich dann die Reissleine und pausierte dann 5 Wochen komplett. Die ersten 3 Wochen verzichtete ich komplett auf Sport, selbst Stabi, Kraft und Rumpf Training machte ich nicht, um die Spannung und Stress aus meinen Körper rauszubekommen. Stattdessen standen Spaziergänge, Sauna und möglichst viel Schlaf am Programm. Was das für einen Bewegungshungrigen, Sportbegeisterten Menschen (schon von Kindesbeinen an) bedeutet, brauch ich glaub ich nicht erwähnen. 🙁 Zugegeben so lange komplett aufs Laufen zu verzichten ist wahrlich eine große Herausforderung.

Der Wille seiner täglichen Leidenschaft nachzugehen und das notwendige Muss, darauf zu verzichten, ist wahrlich eine Zerreißprobe… Man muss sich wahrlich an diese Situation herantasten und diese auch lernen zu akzeptieren. Mit Spaziergänge füllte ich zumindest meine große Liebe zur Natur. Nach und nach lernte ich damit umzugehen und versuchte das Beste daraus zu machen, und das Ziel verletzungsfrei zu werden als eine Art Ziel zu sehen, auf das man, wie auch bei Laufzielen auch, hinarbeitet. Geduld, Geduld und nochmals Geduld scheint wohl der Schlüssel zu sein.

Mittlerweile habe ich es zumindest geschafft jeglichen Stress, möglichst bald in ein gutes Training zu starten, abgelegt. Es führt nur zu zusätzlichem Stress und darunter leidet auch die Genesung. Der Beginn vor zwei Wochen war sehr ernüchternd und ich glaubte nicht mehr daran, dass jemals eine Besserung eintreten würde. Dennoch versuchte ich sukzessive meinen Körper wieder langsam ans Laufen zu gewöhnen. Kurze und lockere Laufeinheiten, dazw. immer wieder Pausetage. Große Unterstützung habe ich von meiner Masseurin, meiner Physio und auch Osteopathie wirkt sehr gut bei mir, sodass etwas Besserung eingetreten ist. Zwar habe ich es leider noch nicht überstanden, und ich muss immer wieder abwägen, wieviel ich mir schon zumuten kann und darf. Aber auch das habe ich in der Zeit gelernt, richtig und mit viel Gefühl auf meinem Körper zu hören, auch wenn es oft mühsam ist.

Trotzdem bin ich sehr happy und dankbar darüber, dass ich ab und an zumindest wieder etwas laufen kann. Erst wenn man das, was man liebt nicht mehr wie gewohnt tun kann, weiß man wie sehr man es liebt und vermisst, obwohl ich mir dessen schon immer sicher war.

Nichts desto trotz, ich könnte motivierter nicht sein, und freue mich unbeschreiblich wieder auf den Tag, wo ich konstruktiv, hart und v.a mit großer Freude an dem arbeiten kann was ich liebe, das Laufen.

Foto: ©Bernadette Schuster

Meine Ziele für 2021:

Mein wichtigstes Ziel:

Wieder komplett beschwerdefrei zu werden und in meinem normalen Trainingsalltag wieder in eine gute Laufform zurück zu finden, und an guten Leistungen anzuschließen, sofern mir das mein Körper noch ermöglicht. Danach werde ich erst planen, was ich mir für 2021 vornehme. Da viele größere, wichtige Veranstaltungen vom Frühjahr bereits in den Herbst verschoben wurden, schafft es mir genügend Zeit, wieder hoffentlich bald ganz fit und beschwerdefrei zu werden. Ganz egal wie lange dieser Weg dauert, ich werde ihn gehen.

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