Warum Sport vielen Menschen keinen Spaß macht.

Liebe Leser!

Habt ihr euch auch schon einmal gefragt, warum eigentlich wenige Menschen richtig gerne Sport machen, fast schon süchtig nach dem regelmäßigen Training sind – während die meisten sich dazu eher überwinden müssen?

Meine Vermutung ist 1. es liegt am Gehirnstoffwechsel und 2. Sport ist Gewohnheit.

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Jahrtausende lang hat die Spezies Homo sapiens um das Überleben kämpfen müssen. Es war mühevoll, genug Nahrung zu beschaffen, wobei das Beschaffen der Nahrung mit körperlicher Anstrengung verbunden war. Auch triviale Dinge, wie Wasser holen, heizen, eine Behausung bauen,… all das war körperlich fordernd und zehrte an den Energiereserven. Um zu überleben hieß es also, wenn möglich Energie zu sparen. Wenn also (selten) genug Nahrung vorrätig war, die Behausung in Ordnung und halbwegs warm, und vor allem: wenn auch die Familienmitglieder gut versorgt waren – dann musste man Ruhe geben, sich erholen. Viel liegen, ordentlich essen. Denn in nur wenigen Tagen könnte die Nahrung wieder knapp werden, und die nächste anstrengende Jagd oder das stundenlange Sammeln von Wurzeln und Beeren notwendig werden. Also hat unser Gehirn „gelernt“ – sich anstrengen, das sollte man wenn möglich vermeiden. Wenn möglich – lieber auf der faulen Haut liegen.

Ist doch irgendwie logisch – anders hätte die Menschheit nicht überlebt.

Blöd ist nur, dass wir heutzutage im Alltag auch gänzlich ohne körperliche Anstrengung super auskommen. Wenn man es drauf anlegt, muss man sich fast gar nicht bewegen! (Ich will darauf nicht näher eingehen – ihr wisst ja Bescheid 😉

Nun ist es aber bei den meisten Menschen immer noch so, dass sich körperliche Anstrengung, zum Beispiel Laufen, Schnaufen, Beinschmerzen vor lauter Laktat,… einfach ungut anfühlt. Wie Schmerzen wird das empfunden! Und Schwitzen – nein danke! Schrecklich finden das die meisten.

Warum sich viele dennoch zum Sport motivieren? Weil’s gesund ist und gut für die Figur, und weil man sich „nachher so gut fühlt“.

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Als Kinder machen die meisten noch gern Bewegung, ohne groß darüber zu philosophieren warum. Habt ihr schon einmal kleine Buben beim Kicken beobachtet? Mit hochrotem Kopf rennen sie dem Ball nach, weil es ihnen Spaß macht. Dass das gesund sein soll, davon wissen sie gar nichts. Sie brauchen einfach die Bewegung.

Allerdings wird es den Kindern spätestens ab der Pubertät abgewöhnt. Turnunterricht – wie uncool! Und statt nach der Schule in den Sportverein zu gehen, flanieren die Mädchen (und leider auch viele Burschen) lieber in der Stadt herum. Shoppen gehen – das macht man mit vierzehn eben. Oder noch schlimmer: man geht gar nicht mehr raus. Daheim locken Tablet, Laptop, PC oder Smartphone. Gänzlich weg von der realen Welt kann man sich stundenlang mit einem Computerspiel beschäftigen, oder mit der fiktiven Instagram-Welt. Schade, finde ich.

Später wird es dann auch nicht besser. Im Studium muss man so viel lernen, dass am Abend keine Motivation mehr für Sport bleibt. Im Lehrberuf ist es sogar noch viel anstrengender, da ist man ja körperlich auch deutlich mehr gefordert, und oft den ganzen Tag unterwegs. Irgendwie verstehe ich es ja, dass man dann nicht um 20 Uhr auch noch trainieren möchte.

Allerdings: Wo die meisten Teenager durch den regelmäßigen „zwangs“-Turnunterricht in der Schulzeit noch eine gewisse (wenn auch geringe) Grundkondition mitbekommen, geht diese bei jahrelanger Inaktivität in den 20ern komplett verloren.

Wenn man dann einmal wieder Laufen geht oder mit dem motivierten Kumpel ins Fitnessstudio, dann merkt man erst wie schlapp man geworden ist. Klar, das nervt, und Konditionsaufbau geht nicht von heute auf morgen. Also lässt man es lieber gleich sein mit dem Sport. Geht lieber mal ein Stockwerk zu Fuß und redet sich ein, dass man dadurch eh fit ist.

Fazit: Man kann sich den Sport – und vor allem die Freude daran – auch abgewöhnen.

Und zum Glück mit etwas Mühe und Fleiß auch wieder angewöhnen!

Eure Liesl

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