Andreas Prommegger

Foto: ©Andreas Prommegger

Andreas Prommegger, 38-jähriger Läufer vom Athletik Club Frauenstein, spricht im Helden-Interview der Woche über seine bisherigen Erfolge und auch darüber, warum er in Zukunft auf die längeren Distanzen wechseln möchte.

Helden des Laufsports: Wann und warum hast du mit dem Laufen begonnen?

Andreas Prommegger: In meiner Kindheit und Jugend kam ich wie so viele bei uns in der Gegend zuerst über den Fußball mit dem Sport in Kontakt. Auch wie bei vielen anderen war aber dann das Fortgehen irgendwann mal wichtiger. Glücklicherweise fiel mir dann nach drei Jahren Sportpause ein Flyer vom ersten und leider einzigen Altheimer Stadtlauf in die Hände. Und da der Papa auch schon länger ein begeisterter Läufer war, meldeten wir uns gemeinsam für den Lauf an. Mit zwei Wochen Training war ich dann auch ausreichend vorbereitet für meinen ersten Wettkampf. 🙂 Was damals 2003 mit knapp 21 Jahren mein Leistungslimit darstellte, ist heute mit 38 mittlerweile nur noch Regenerationstempo. Zwischenzeitig hab ich dann aber wieder Fußball gespielt. Mehr oder weniger regelmäßig trainiert hab ich dann erst ab 2007 in der Vorbereitung auf meinen ersten Marathon.

Was bedeutet das Laufen für dich?

Das Laufen ist mittlerweile eine fixe Größe in meinem Alltag geworden. Ohne geht gar nicht mehr. Da würde mir auf alle Fälle etwas fehlen. Im Prinzip kreisen die Gedanken irgendwie ständig ums Laufen und ich bin in Gedanken immer am Planen von neuen Strecken und Herausforderungen. Dabei mag ich alles was mit Laufen zu tun hat. Kurz und schnell, lang und langsam, auf der Straße, im Wald und gerne auch hoch hinaus, Hauptsache bewegen. Am liebsten mag ich kombinierte Berglauf und Kraxeltouren, leider findet sich dafür nur sehr selten genug Zeit.

Welche waren deine bisher größten sportlichen Erfolge?

Was Platzierungen bei Meisterschaften oder größeren Läufen angeht, habe ich noch keine Erfolge zu verbuchen, dafür bin ich dann doch etwas zu langsam. Da reicht es höchstens mal für die eine oder andere Altersklassenplatzierung bei kleinen Volksläufen. Aber das ist mir auch nicht so wichtig. Schön sind Stockerlplätze natürlich schon, aber mir geht es eher um die Herausforderung an mir selbst und das Erlebnis an sich. Das muss ich ja sagen, wenn ich es nicht auf Podest schaffe. 🙂

Gibt es Bestzeiten auf die du stolz bist?

Meine Halbmarathonzeit von 1:23 Stunden in Altötting bzw. (inoffiziell) in Frauenstein find ich schon ganz in Ordnung. Obwohl, da geht sicher auch noch mehr. Im Training war ich auch schon schneller. Leider sind zurzeit nicht soviele Wettkämpfen, wo ich meine derzeitige Form zeigen könnte.

Wie sieht bei dir eine intensive Trainingswoche aus?

Das kommt natürlich auf den Wettkampf an, aber beim Marathontraining hat solch eine bei mir einen Umfang von etwa 80 bis 100 Kilometer. Viel mehr verkrafte ich nicht. Darin ist dann ein langer Lauf, gerne auch im Wald mit ein paar Höhenmetern, ein Tempolauf bis 21 Kilometer und ab und zu auch mal ein Intervalltraining. Davon mache ich aber eigentlich viel zu wenig. Der Rest besteht aus lockere Grundlagenläufe.

“Nachdem ich nicht mehr der Jüngste bin, werde ich mich in Zukunft wohl auf die Ultradistanzen stürzen”

Andreas Prommegger glaubt, dass er auf den “kürzeren” Strecken nicht mehr schneller wird.

Trainierst du gerne alleine und oder eher in einer Gruppe?

Meistens trainiere ich alleine. Da bin ich einfach flexibler in der Zeiteinteilung und kann spontan einen Lauf einschieben, sobald sich ein Zeitfenster ergibt, was nicht immer so einfach ist mit Beruf, Haus, Garten und Familie mit zwei Kindern. Außerdem hat es natürlich den Vorteil, dass ich in meinem bevorzugtem Tempo trainieren kann. Aber Spaß macht mir das Laufen in der Gruppe natürlich schon. Wenn ich Zeit habe laufe ich gerne beim Lauftreff vom Athletik Club Frauenstein mit.

Hattest du schon mal mit schwereren Verletzungen zu kämpfen? Wie beugst du vor?

Ja, Verletzungen hatte ich leider schon zu genüge. Meist aber eher Überlastungen als richtige Verletzungen. 2017 wurde ich fast das ganze Jahr durch eine Reizung des ITB ausgebremst. Mittlerweile weiß ich aber viele der Warnsignale des Körpers viel besser zu deuten und kann dann gezielt mit Krafttraining entgegensteuern. Überhaupt mache ich mittlerweile deutlich mehr Stabitraining als zu meinen Laufanfängen. Hauptsächlich mit dem eigen Körpergewicht, im Winter bin ich aber auch gerne am Rudergerät, dass den ganzen Körper recht gut trainiert.

Wie wichtig ist dir eine gesunde und ausgewogene Ernährung?

Eine gesunde Ernährung ist natürlich sehr wichtig, nicht nur als Sportler, aber ich denke mir auch immer, ich bin ja kein Profi und muss nicht vom Sport leben, da darf es schon mal die eine oder andere Sünde geben.

Welche Pläne hast du für die Saison 2021?

Für 2021 stand als erster großer „Wettkampf“ bereits der Wings for Life Worldrun amProgramm. Leider ist der auf Grund des ungewohnt warmen Wetters deutlich daneben gegangen. Für Juli werde ich dann aber beim ersten Back-Yard-Ultra von Österreich in Frankenmarkt teilnehmen. Da sind die 100km mein Mindestziel. Mal schauen wie weit es dann wirklich wird, vielleicht geht es auch noch deutlich weiter. Ansonsten lasse ich das mit den Wettkämpfen auf mich zukommen. Kann man ja noch schlecht planen, daher konzentriere ich mich mehr auf Soloprojekte. Eventuell versuch ich mit einem Freund im Herbst auch mal ein Everesting, aber das ist momentan wirklich noch in der Grobplanung und mehr noch ein Wunschgedanke als ein echtes Vorhaben.

Und längerfristig, welches große Karriereziel hast du?

Eine große Laufkarriere wird es wohl nicht mehr werden. 🙂 Was ich aber auf alle Fälle noch schaffen möchte, ist den Marathon unter drei Stunden zu laufen. Für schnelle Zeiten auf den kürzeren Distanzen bin ich jetzt wohl auch nicht mehr im Idealalter. Es wird wohl mehr Richtung Ultra gehen.

Welche Hobbys, außer dem Laufsport, hast du noch?

Ich bin sehr gerne in den Bergen unterwegs, besonders auf unmarkierten Wegen mit leichten Klettereien und auch am Rad wäre ich sehr gerne mehr unterwegs. Aber das braucht halt alles leider sehr viel Zeit, die ich meist nicht habe. Mit zwei Kindern ist man ja genug beschäftigt, wobei der Ältere jetzt auch schon ab und zu mal am Berg mit unterwegs ist.

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