Erfahrungen mit dem Babyjogger – Teil 1

Für viele ist es eine große Herausforderung das Familienleben mit dem Laufen zu vereinbaren. Ein Babyjogger bietet hier tolle Möglichkeiten das zu schaffen. In unserer dreiteiligen Serie schauen wir uns einige Erfahrungsberichte dazu an. Heute mit Mathias Mitterlehner, Michael Breit, Heimo Streith und Agneß Kreßl.

Mathias Mitterlehner (34 aus Attnang/Oberösterreich):

Als ambitionierter Hobbyläufer stellt sich mit der Geburt des Nachwuchs die Frage, wie man wohl das Trainingskonzept und die Familie unter einen Hut bekommt. Mit Sohnemann Nummer eins habe ich nach ungefähr vier Monaten mit dem normalen Kinderwagen kurze Läufe absolviert. Aber es stellte sich schnell heraus, dass dieser einfach nicht für Läufer gebaut ist. Auf „willhaben“ haben wir dann einen „fähigeren“ Kinderwagen mit Luftbereifung gefunden, so wurden auch die absolvierten Distanzen länger. In Summe, so meine Schätzungen, bin ich pro Saison rund 800 Kilometer mit dem Babyjogger unterwegs gewesen. Im Frühjahr 2019 haben wir uns für einen richtigen „Jogger“ eines namhaften Herstellers entschlossen. Diesen hatten wir schon länger im Auge und im Nachhinein gesehen, war es die absolut richtige Entscheidung – leider um zwei Jahre zu spät. Bei diesem Modell ist ein Umbau, sodass man den Wagen auch für das Fahrrad verwenden kann, kein Problem. Mit meinem zweiten Sohn laufe ich damit bereits seit der fünften Lebenswoche. Hier verwendete ich die Hängematte und wir machten Tempoeinheiten (10 Kilometer unter 40 Minuten), aber auch die ganz langen Läufe am Wochenende. Der Wagen ist echt super.

©Mathias Mitterlehner

Erfahrungen:
Tempomäßig laufe ich fünf Minuten pro Kilometer. Wenn das Wetter passt auch mal schneller. Ich bin zwei bis drei Mal pro Woche mit den Kids unterwegs. In Summe komme ich da auf 30 bis 40 Kilometer. Mit dem großen dauert es schon mal länger – nämlich dann, wenn ein Mähdrescher oder Traktor zu bewundern ist.

Fazit: Die Kinder genießen die flotten Ausfahrten, so kommt jeder zu seinem Genuss.

Spannend: Ein Mähdrescher

Michael Breit (34 aus Mitterndorf an der Fischa/Niederösterreich):

Keine Ahnung wie viele Kilometer ich mit dem Babyjogger bereits gelaufen bin, aber mein Sohn und ich hatten dabei viele schöne Momente. Keine drei Monate war mein Sohn alt, da nahm ich ihn zum ersten Mal mit zum Laufen. Ich musste ihn noch mit Decken und Polster abstützen, damit er im großen Wagen gut und sicher platziert war. Er war ein sehr guter Trainingspartner und spornte mich immer an. Papa lief, Sohn schlief! Wenn es mal länger wurde, dann legten wir auch einen Hunger- und Wickel-Boxenstopp ein. Es gab Tage, da bin ich 20 oder 30 Kilometer gelaufen, und ein paar Volksläufe haben wir auch gemeinsam gemeistert. Natürlich achtete ich immer auf andere Teilnehmer, damit ich diese beim Laufen nicht behinderte. So musste ich bei manchen Bewerben auch den ein oder anderen Extrameter abspulen, das war allerdings kein Problem für mich. Mittlerweile läuft mein Sohn (3) ein paar Meter mit mir gemeinsam und auch bei Wettkämpfen hat er schon teilgenommen. So schnell vergeht die Zeit – daher sollte man jeden gemeinsamen Meter genießen.

©Michael Breit

Heimo Streith (32 aus Stainz/Steiermark):

Die Trainingseinheiten am Wochenende haben immer etwa drei Stunden gedauert, die Kinder haben diese geliebt. Die erste Stunde haben sie durch die Gegend geschaut, die zweite meist geschlafen und für die dritte hatten wir dann diverse Sachen zum Jausnen oder/und Hörspiele mit dabei. Gelaufen bin ich in einer Pace von 05:00 Minuten pro Kilometer. Der Puls ist in der Ebenen etwa zehn Schläge höher als ohne – zu Beginn mehr, aber man gewöhnt sich auch daran – wobei es halt schon anstrengend wird, wenn es auch nur ganz leicht bergauf geht. Die Zieleinläufe in der Wachau – 2015 mit einem, 2016 mit beiden Kids – waren schon ganz spezielle und auch emotionale Erlebnisse, die ich nicht missen möchte. Das Lauftempo war auch hier je 05:00 Minuten pro Kilometer, incl. diverser Pinkel- bzw. Wickelpausen ergab das jeweils eine Endzeit von 03:40 Stunden, aber so genau weiß ich das nicht mehr und die Zeit ist auch völlig unwesentlich. 🙂 Ich glaube, nicht auf die Uhr zu schauen, ist für das Erleben ganz wichtig um die Sache auch genießen zu können. Mit dem Umzug von der Stadt aufs Land haben sich die Läufe leider erledigt, weil uns hier die Radwege fehlen und das Laufen mit dem Jogger auf der Landstraße kein Vergnügen und nicht ungefährlich ist. Außerdem hatten die Kids zuletzt schon wenig Platz im Wagen, den wir letzten Herbst schweren Herzens verkauft haben. Probleme wegen der Haltung hatte ich nie, ich habe mich immer abgewechselt, ein- oder beidhändig fortbewegt.

©Heimo Streith

Agneß Kreßl (32 aus St. Martin im Innkreis)

Die beste Investition seit der Geburt unseres ersten Kindes war für mich als begeisterte Läuferin und Radfahrerin unser Croozer – ein Fahrradanhänger, den man mit einfachem Click-System zu einem Buggy oder einem Jogger umbauen kann. So hielt mich auch als junge Mutter nichts auf der Couch. Relativ rasch nach der Geburt stieg ich wieder aufs Rad und nach ungefähr einem Jahr begann ich wieder zu laufen, natürlich meist mit unserem Sohnemann im Hänger. Da der Croozer einen wirklich geringen Rollwiderstand aufweist, ist es auf der Geraden überhaupt kein Problem ihn mit einer Hand zu schieben und den zweiten Arm beim Laufen mitzuschwingen. Bergab brauche ich meist beide Hände zum Bremsen – und bergauf zum Anschieben! Aber das ist eine Herausforderung, die ich liebe! Ich suche mir meist Runden mit feinen Anstiegen, die ich mich dann mit brennenden Oberschenkeln hinaufquäle. Da merkt man erst, welche Unterstützung der Armeinsatz beim Laufen bedeutet, wenn man ihn mal nicht hat! Unser Anhänger ist wirklich für jedes Gelände geeignet. Zu schmale Wege meide ich, denn wir haben einen Zweisitzer, der natürlich etwas breiter ist. Dafür hat er wirklich viel Stauraum – da kann man sogar das Fahrrad des Großen hinten verstauen, wenn dieser eine Pause braucht!

Ich finde, für sportbegeisterte Eltern ist so ein Gerät eine ideale Anschaffung! Der Nachwuchs schläft (meistens) und selber hält man sich fit!

©Agnes Kreßl

Info: Teil zwei und drei folgen!

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