Teil 32 (KW 04/2019): Dominik Hellstern

Dominik Hellstern ist 27 Jahre und lebt in der Nähe von Braunau am Inn. 2018 konnte der Athlet vom „Athletik Club Frauenstein“ seine Marathonbestzeit deutlich verbessern. Im Interview erzählt er uns u. a. von seinen Lauferlebnissen in den verschiedensten Ecken der Welt.

Helden des Laufsports: Du hast 2018 deine Marathonbestzeit von 03:00:10h auf 02:51:23h verbessert. Was hattest du dir im Vorfeld vorgenommen?

Dominik: Richtig, ich hatte im Vorjahr in Berlin meine angepeilte Zielzeit nur um wenige Sekunden verfehlt, wodurch natürlich 2018 zumindest die „Sub3“ fallen musste. Zudem hatte ich mit einem Auge auf die Qualifikationszeit für den New York City Marathon geschielt. Diese beträgt für meine Altersklasse 02:53h. Leider verlief die Vorbereitung nicht ganz nach Wunsch, da ich von einer Sehnenentzündung am rechten Schienbein geplagt war und diese auch heute noch spürbar ist.

Hdl: Schildere uns den Rennverlauf. Gab es Komplikationen?

Dominik: Bei perfekten äußerlichen Bedingungen ging ich voll motiviert ins Rennen und die geniale Stimmung tat ihr übriges. Ich begann „vorsichtig“ mit einer Pace von ca. 04:10min/km. Diese Pace sollte bei einem Einbruch zumindest noch die „Sub3“ ermöglichen und eventuell noch die Chance auf 02:55h wahren. Bei der Halbmarathonmarke fühlte sich das Ganze sehr locker an und so zog ich das Tempo um etwa zehn Sekunden pro Kilometer an. Ich konnte mich stätig steigern und am Ende erreichte ich, die für mich zuvor unerreichbar erscheinende Marathonbestzeit von 2:51:23h und dies auch noch mit einem deutlichen negativen Split. So kann man sich täuschen. Im Ziel angekommen wird einem dann klar warum man sich das Training und die dazugehörigen Verzichte „antut“. Die darauffolgenden Glücksgefühle sind einfach nicht von dieser Welt und kaum in Worte zu fassen!

Hdl: Wie kam es zu dieser deutlichen Verbesserung im Jahr 2018? Hast du mehr trainiert als im Jahr zuvor?

Dominik: Im Wesentlichen lag es wohl an der größeren Abwechslung im Training, wodurch der Körper auch um einiges erholter und ausgeglichener war als in der Vergangenheit. Zudem beschäftige ich mich mittlerweile auch immer mehr mit dem Thema Ernährung. Ein sicherlich nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor.

Hdl: Du bist in deinem Beruf als Mechatroniker weltweit viel unterwegs. Welche waren die tollsten beeindruckendsten Orte an denen du bisher gelaufen bist?

Dominik:  Auf jeden Fall hängengeblieben ist mir die Zeit in Katar. Dort habe ich um die sechs Monate verbracht und bin immer wieder an der Strandpromenade von Doha entlang der strahlend erleuchtenden Skyline gelaufen. Durch die vielen verschiedensten Locations auf der Welt hatte ich immer eine gute Abwechslung und es wurde beim Laufen nie langweilig. In der Dresdner Heide (Wald), oder auch in England mit ungewöhnlich vielen ambitionierten Läufern die sich im Park austobten, konnte ich tolle Erfahrungen sammeln. Ebenso in Peking, dort verfolgte mich sogar einmal die Polizei mit Blaulicht (im Golfbuggy). Da ich aber kein Chinesisch kann und es vermutlich nur eine Übung war, lief ich einfach weiter. 😉

Hdl: Du lebst in St. Peter am Hart, kurz vor Braunau. Wo befindet sich dort deine Lieblingsstrecke?

Dominik: Den Großteil meiner Trainingskilometer spule ich entlang des Inndamms, in einem naturgeschützten Gebiet ab. Die kleinste Strecke beträgt ca. acht Kilometer. Bei einer Distanz von 25 Kilometer bietet sich die Inn „Obi-Auffi“ Runde, welche grenzüberschreitend in Braunau und dem Kraftwerk Frauenstein verläuft, perfekt an. Auf dieser Strecke findet jedes Jahr im Herbst ein Genusslauf statt. Die Strecke liegt direkt vor meiner Haustüre und das ist für mein Training natürlich optimal.

Hdl: Wie viel Zeit investierst du pro Woche in dein Training und machst du auch noch was anderes als laufen?

Dominik: Schwer zu sagen. In den Wochen wo ich nur laufe ist der Zeitaufwand deutlich geringer als in den Wochen mit Radausfahrten und alternativem Fitnesstraining. Im Schnitt würde ich sagen ca. acht Stunden in der Woche.

Hdl: Welche sind deine Lieblingseinheiten? Bist du eher der Intervalltyp oder eher der Dauerlauftyp?

Dominik: Das sind eindeutig die Dauerläufe! Lieber 30 Kilometer in einem angenehmen Tempo, anstatt harte Intervalle zu ballern. Um die Leistung zu steigern und die nächsten Ziele zu erreichen dürfen die schnellen Dinger aber natürlich nicht fehlen.

Hdl: Welche Highlights, außer dem Marathon, gab es bereits in deinem Läuferleben?

Dominik: Ein landschaftlich herausragender Lauf war für mich der Achensee-Lauf, welcher 23 Kilometer um den See führt. Zehn Kilometer der Strecke läuft man auf einem engen Trail durch Wasserfälle und Bäche entlang des Abgrunds, was die Sache zusätzlich intensiviert. Zudem erreichte ich, bei sommerlich heißen Temperaturen, beim „Wings for Life World Run“ in München mit einer Distanz von 46,09 Kilometern den 20. lokalen bzw. 130. globalen Gesamtplatz. Hängen blieb bei diesem Event jedenfalls die extreme Freundlichkeit der Anrainer in den abgelegenen ländlichen Gemeinden.

Hdl: Was sind deine großen Ziele in den nächsten Jahren?

Dominik: Der New York City Marathon ist ein absolut großes Ziel von mir. #Lifegoal! Im Frühjahr versuche ich beim Vienna City Marathon, an welchem auch einige Vereinskollegen des Athletik Club Frauenstein teilnehmen, meine Bestzeit weiter zu unterbieten und mit meinen Vereinskollegen ein gemeinsames Laufspektakel zu feiern!

Hdl: Wann hast du mit dem intensiven Lauftraining begonnen und bist du vorher auch schon sportlich gewesen?

Dominik: Richtig begonnen und den nötigen Ehrgeiz dafür entwickelt habe ich im Jahr 2015 auf einer Dienstreise in Saudi Arabien. Mein Ziel war es die Zeit dort sinnvoll zu nutzen und ein sportlicheres Aussehen zu erlangen. Es dauerte nicht lange, da war die „Zeitenjagt“ eröffnet. Zum Ende einer Dienstreise versuchte ich 21,1 Kilometer am Stück zu laufen (In 02:10h – mehr ging noch nicht), ab diesem Zeitpunkt war ich motiviert diese Zeit deutlich zu verbessern. Zuvor spielte ich, weil es irgendwie jeder machte, in der Jugend Fußball.

Hdl: Was hast du, außer dem Sport, noch für Hobbys?

Dominik: Gerne beschäftige ich mich auch mit meinem Auto, welches natürlich nie im Originalzustand bleiben darf. Zudem verbringe ich auch gerne Zeit mit meiner Familie. Wir machen immer wieder interessante, lustige und auch sportliche Ausflüge. Natürlich gehe ich auch mal feiern. Mal mehr, mal weniger intensiv. 😉

Hdl: Vielen Dank für das Gespräch!

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