Erfahrungen mit dem Babyjogger – Teil 3

Für viele ist es eine große Herausforderung das Familienleben mit dem Laufen zu vereinbaren. Ein Babyjogger bietet hier tolle Möglichkeiten das zu schaffen. In unserer dreiteiligen Serie schauen wir uns einige Erfahrungsberichte dazu an. Heute mit Anna Pabinger aus Wels.

Mein kleiner Sohn Valentin ist nun sieben Monate alt. Da mein Mann und ich vor dem „Eltern-Sein“ sehr ambitionierte Sportler waren (Triathlon und Laufen), kauften wir uns vor der Geburt einen Kinderwagen mit dem wir unserer Leidenschaft, dem Laufen, auch als Familie gemeinsam weiter nachgehen können. Wir wählten einen „Thule Urban Glide“. Dieser Kinderwagen ist so ein Mittelding zwischen einem normalen Kinderwagen, mit dem man durch jedes Kaufhaus und enge Gassen wendig und bequem spazieren kann, aber mit dem man auch auf holprigen Straßen richtig laufen kann. Die Marke Thule hat ein noch sportiveres Modell im Sortiment, das sicher noch besser zum Laufen geeignet ist, wir wollten uns aber nur einen einzigen Kinderwagen kaufen und dieser sollte sowohl zum Laufen geeignet sein, als auch im Alltag praktisch und handlich sein.

©Anna Pabinger

Der Beginn sehr anstrengend: „Am Anfang war ich nur mit meinem Mann unterwegs“

Ich habe acht Wochen nach der Geburt von Valentin langsam wieder zu laufen begonnen und nach fünf Monaten habe ich meinen Sohnemann das erste Mal dabei im Kinderwagen mitgenommen. Laut Beratung sollte man das Baby erst dann in den Babyjogger setzen, wenn es eine ganz stabile Wirbelsäule hat. Das ist nach fünf bis sechs Monaten der Fall. Gleich bei unserem ersten Ausflug, den wir Gottseidank zusammen gestartet haben, mussten ich und mein Mann feststellen, dass das Laufen mit Babyjogger unglaublich anstrengend ist. Es arbeiten viel mehr Muskeln als beim normalen Laufen. Der Oberkörper hat hier einiges zu tun! Einhändig laufen, wie empfohlen, kann ich persönlich mit dem Babyjogger nicht. Wenn ich dem Wagen einen Stoß mit einer Hand gebe, dann fährt er irgendwo hin und ich bin nur damit beschäftigt dem Wagen nach links und rechts hinterher zu laufen, anstelle geradeaus zu laufen. Daher habe ich beide Hände ständig am Wagen. Zur Sicherheit schlupfe ich auch mit einer Hand durch eine Schlaufe am Wagen. Ich muss mich auch sehr bemühen, mit dem Oberkörper gerade zu bleiben und nicht zu sehr nach links und rechts zu rotieren, was ich, wie viele Frauen, beim Laufen leider häufig mache. Das ist für mich also gar kein schlechtes Training. Es ist aber sehr anstrengend für die Armmuskulatur. Der Oberkörper ist beim Laufen mit dem Babyjogger auch leicht nach vorne geneigt, das macht aber nichts. Ein bisschen Vorlage schadet auch beim normalen Laufen nicht. Was ich auch noch nicht schaffe, ist mit fixiertem Vorderrad zu laufen, wie man es eigentlich tun sollte. Unser Thule hat immer einen extremen Zug in eine Richtung, sodass er entweder ganz stark nach rechts oder links zieht, sobald das Rad fixiert wird. Wahrscheinlich ließe sich das aber besser einstellen. Man schiebt viel Gewicht vor sich hin und insbesondere wenn es windig ist oder bergauf geht, wird es sehr mühsam. Daher ist es anfangs wohl einfacher zu zweit mit dem Babyjogger laufen zu gehen und sich alle ein bis zwei Kilometer mit dem Schieben abzuwechseln. Bis dato gefällt meinem kleinen Babymann das Laufen mit dem Kinderwagen, sodass ich eigentlich immer durchlaufen kann. Dass das so toll funktioniert, war für mich nicht selbstverständlich, da mein Kleiner anfangs nie im Kinderwagen liegen wollte. Also man kann noch so motiviert sein und sich den besten Babyjogger zulegen, wenn das Kind nicht mitspielt, hat man sowieso Pech. Mit dem Wagen bin ich jedenfalls sehr zufrieden, das Baby liegt richtig sicher darin und selbst im Gelände ist es sehr gut durch den Fünf- Punkt-Gurt und die tollen Stoßdämpfer geschützt.

©Anna Pabinger

Nur Grundlagenläufe mit dem Kleinen

Nun, welche Art von Läufen absolviere ich mit meinem Sohn? Eigentlich nur Grundlagenläufe. Ich weiß, dass es Leute gibt, die mit dem Kinderwagen sogar Intervalle laufen. Ich persönlich wüsste nicht wie ich mit dem Wagen auf die Geschwindigkeit kommen sollte, in der ich sonst Intervalle laufe. Es wäre mir auch viel zu gefährlich dabei die Kontrolle über den Wagen zu verlieren und ich könnte mich mit dem Wagen sicher nicht gut auf qualitative Einheiten konzentrieren. Ich wüsste auch nicht wozu das gut sein sollte. Gottseidank habe ich die Möglichkeit ein bis drei Mal die Woche alleine, ohne Baby, laufen zu gehen. Da kann ich sowieso trainieren was ich möchte. Mit meinem Baby aber genieße ich Grundlagenläufe und die Natur. Anstrengend ist es trotzdem immer und daher ein gutes Ausdauertraining. Außerdem möchte ich mit meinem Kind jeden Tag und bei jedem Wetter an die frische Luft.

©Anna Pabinger

Fazit: Also zusammenfassend kann ich sagen, dass Laufen mit dem Babyjogger ist toll. Anstrengend, fordernd und sicherlich nicht mit normalem Lauftraining zu vergleichen, aber ein super Grundlagentraining an der frischen Luft, insbesondere, wenn man keine Möglichkeit hat ohne Kind trainieren zu gehen. Und was ich ganz besonders schätze; ich kann endlich wieder zusammen mit meinem Mann laufen gehen! Es muss keiner zuhause beim Baby warten, sondern wir machen einen Ausflug zu dritt. <3

Info: Hier geht es zu Teil eins und zwei.

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