Graz Marathon 2019 – Der Eventbericht

Elisabeth Smolle beim Interview

Am vergangenen Sonntag, dem 13.10.2019, ist Elisabeth Smolle den Graz Marathon gelaufen. Für die Grazerin immer wieder ein Highlight im Laufkalender! Hier könnt ihr den Event- und Rennbericht von Elisabeth nachlesen.

Hier ein Rückblick auf die Veranstaltung:

Mathew Kemboi gewann in 02:15:12h. Da er aufgrund des frühen Ausfalls seines Pacemakers allerdings 33 Kilometer lang alleine laufen musste, und es zudem sehr heiß war, blieb der im letzten Jahr aufgestellte Streckenrekord (02:11:12h) bestehen. Zweiter, und bester Österreicher, wurde Georg Schrank (02:32:07h). Den dritten Platz hat sich souverän mein Vereinskollege vom LTV Köflach, Stefan Schriebl, geholt (02:34:14h).

Bei den Damen gewann mit Respektabstand Victoria Schenk in 02:43:14h. Die sympathische Athletin, welche auch in der Triathlonszene aktiv ist, feierte einen Start-Ziel-Sieg. Die zweite Favoritin, Ricarda Gerlach, holte sich in 02:54:03h den zweiten Platz. Ich durfte mich über den dritten Platz in 03:01:30h freuen.

Beim Halbmarathon siegte der Favorit, Markus Hartinger in 01:08:54h vor der sehr starken deutschen Athletin Thea Heim (01:16:38h).

Im Viertelmarathon siegte bei den Herren Mario Klocker in 34:21 Minuten und bei den Damen gewann Annabelle Mary Konczer in 37:56 Minuten.

So viel zum offiziellen Teil – und jetzt gebe ich natürlich noch meinen eigenen Senf dazu!

Meiner Meinung nach ist der Graz Marathon immer relativ gut organisiert. Es ist bestimmt sehr schwierig, so eine große Veranstaltung Jahr für Jahr auf die Beine zu stellen – und daher möchte ich bei der einen oder anderen Organisationslücke ein Auge zudrücken. Insgesamt ist dem Veranstalter, Michael Kummerer, aber vor allem auch Anton Wippel, dem „guten Geist“ des Graz Marathons, der als ehemaliger Leistungssportler sehr genau weiß, was man als Sportler für Höhen und Tiefen im Laufe eines Marathons durchmacht, ein großes Dankeschön auszusprechen!

Sehr cool finde ich den VIP-Bereich, wo man als „Elite“-Sportler, oder in anderer offizieller Funktion, aber auch z.B. als Angehöriger eines Athleten, hinein darf. Der VIP-Bereich befindet sich in den Räumlichkeiten der Grazer Oper. Die Garderobe dort wird ab 09:00 Uhr bis zum Ende der Veranstaltung betreut, und ich war sehr dankbar, dort mein Zeug deponieren zu dürfen. Außerdem gibt es nach dem Zieleinlauf ein sehr gutes Catering, wo man sich nach Herzenslust bedienen darf.

Sehr cool waren auch die diversen fixen Fan-Zonen im Streckenverlauf, z.B. die Antenne-Fan-Zone an der Kepler-Brücke. Mein Dank gilt auch den Cheerleaderinnen, die bereits um kurz nach 08:00 Uhr am Start/Ziel Bereich vor Ort waren und die ins Ziel laufenden Sportler unermüdlich bis 13:00 Uhr motivierten. Und natürlich nicht zu vergessen: Die Anrainer und alle, die sich die Mühe gemacht haben, am Streckenrand die Stellung zu halten, zu motivieren, anzufeuern. Ohne diese motivierten Menschen würde man bestimmt langsamer laufen. Achja, und die zahlreichen Mitarbeiter und Helfer an den Labestationen und auch im Vorfeld, z.B. bei der Startnummernausgabe: ohne all jene würde der Graz Marathon nicht funktionieren.

Kleiner Minuspunkt: Wie jedes Jahr wird der Graz Marathon von Viertel- und Halbmarathonläufern, sowie zahlreichen Staffelläufern, dominiert. Das ist durchaus nicht negativ oder abwertend gemeint! Ich habe selbst in vergangenen Jahren öfter am Viertel- und Halbmarathon teilgenommen, und ganz, ganz früher auch am Juniormarathon.

Nur: wenn man als Marathoni an den Start geht, und in die zweite Runde ab Kilometer 21 abzweigt, hat man plötzlich den Eindruck, das Event ist zu Ende: Nur mehr ein Bruchteil der Anrainer und Passanten stehen da, um anzufeuern. Und das Feld wird auf einmal sehr überschaubar. Waren bei der ersten Runde ein paar flotte Halbmarathonis dabei, wo man sich dranhängen konnte, ist man ab der Hälfte irgendwie… nunja… einsam. Aber das war in den letzten Jahren eh auch schon so.

Zu guter Letzt ein paar Sätze zu „meinem“ Marathon, bzw. wie es mir ergangen ist: Ich hatte das Glück, dass unser Vereinsobmann vom LTV Köflach, der in der österreichischen Laufszene sehr bekannte Stefan Mayer, mich als „Hase“ bzw. Tempomacher über weite Teile der Strecke begleitet hat: Von Kilometer eins bis 13 und dann nochmal von Kilometer – ich glaube – 27 bis 29 und die letzten zwei Kilometer auch noch. Am Beginn hat mich der Stefan „gebremst“, was wir auch so ausgemacht hatten, da ich einfach immer denselben dummen Fehler mache und zu schnell losrenne. Bis zur Halbmarathon-Marke fühlte ich mich „fast schon zu gut“ und wäre gern schneller gelaufen. Aber Hochmut kommt vor dem Fall! Bei Kilometer 30 ungefähr, fühlte es sich dann auf einmal gar nicht mehr so gut an. Es fühlte sich, im Verlauf der nächsten fünf Kilometer, hm… wie soll ich das ausdrücken… einfach nur noch bescheiden an. Die Hitze setzte mir zu, ich fühlte mich ausgetrocknet obwohl ich eigentlich viel getrunken habe an den Labestationen und die Muskeln wollten irgendwie nicht mehr. Die Beine taten echt weh. Auf den letzten fünf Kilometern habe ich mich kreislaufmäßig auch nicht mehr so super gefühlt, ich bekam vor lauter Anstrengung eine Gänsehaut und ein unangenehmes Kribbeln in den Armen. (Liesl, jetzt hör doch auf zu jammern. Du wolltest Marathon, und das hast du bekommen. Kein Mitleid.) Okay, ich fasse zusammen: Positiv-Split, leider deutlich unter der persönlichen Bestzeit geblieben, aber dennoch in einer für mich „passablen“ Zeit ins Ziel gekommen (schneller als 2017, wo ich gewonnen habe). Und nachher ist man sowieso auf Wolke sieben! Ich hab alles gegeben – mehr war nicht drin. Punkt.

Ich freu mich schon auf den nächsten Marathon. Ehrlich!

Eure Liesl