Teil 83 (KW 04/2020): Kevin Kamenschak

Kevin Kamenschak ist mit seinen 16 Jahren zurzeit der absolute „Shootingstar“ der österreichischen Laufszene. Alleine im September des letzten Jahres hat der Schüler zwei österreichische Rekorde gebrochen. Im Helden-Interview #83 sprechen wir mit dem Linzer über seine großen Ziele für die Zukunft.

Helden des Laufsports: Du bist 16 Jahre jung, wann hast du mit dem Laufen begonnen?

Kevin: Ich bin 2009 beim Junior Marathon in Linz mitgelaufen, den ich auch direkt gewonnen habe. Das hat mich zum Laufen motiviert.

Hdl: Jetzt kommen wir zu deinem sensationellen September! Bei den U16 Meisterschaften in Salzburg RIF, hast du über die 3.000 Meter einen neuen Altersklassen-Rekord aufgestellt (08:48,14 Minuten) und konntest dir über diese und über die 1.000 Meter-Distanz den Titel sichern. Nur wenige Tage später stellst du auch über 2.000 Meter (05:34,42 Minuten) einen neuen Rekord auf. Hast du die Erfolge des letzten Jahres schon realisiert und wie ordnest du das Ganze ein?

Kevin: Von solchen Momenten träumt man als Sportler, dass ich im Herbst gut in Form sein werde, hat sich im Sommer schon angedeutet. Ich ordne die Erfolge aber nicht so hoch ein, es sind „nur“ U16 Rekorde und ich habe noch einen langen Weg vor mir.

Hdl: Eben in diesen September 2019, bist du auch noch U18 (!) Staatsmeister über die 5.000 Meter (Straße) geworden. Deine Zeit dort lautete 15:37 Minuten. War dieser Titel für dich eine Überraschung?

Kevin: Ich wusste, dass ich in Top-Form bin und konnte deshalb „locker“ ins Rennen gehen. Über die Zeit freue ich mich sehr, dass dabei auch der Titel rausgekommen ist freut mich noch mehr.

Hdl: Ist es bei so viel Erfolg zurzeit schwer am Boden zu bleiben?

Kevin: Naja, anfangs war ich schon überwältigt, aber meine Trainer holen mich schon wieder auf den Boden der Realität zurück und ich hab noch mehr Ziele.

Hdl: Wie viel Zeit investierst du pro Woche in Training?

Kevin: Im Normalfall habe ich neun Trainings in der Woche, die vom Inhalt und Zeitaufwand sehr unterschiedlich sind. Zusätzlich kommen dann noch ein bis zwei Massagen und/oder Physiotherapien pro Woche dazu.

Hdl: Wer sind deine Trainer und seit wann trainierst du mit ihnen?

Kevin: Meine Trainer sind Andreas Prem und Wolfgang Adler. Seit September 2018 trainiere ich mit ihnen und seitdem geht es steil bergauf. Wir sind ein tolles Team.

Hdl: Ist es ein Traum von dir, einmal Profi zu werden und welche beruflichen/schulischen Pläne hast du für die Zukunft?

Kevin: “Profi“ zu sein wäre richtig cool. Zunächst möchte ich einmal die Schule abschließen und danach eventuell zum Heeressport gehen. 

Hdl: Hast du läuferische Vorbilder?

Kevin: Matthew Centrowitz und Adam Kszczot sind schon Mittelstreckenläufer, die ich bewundere.

Hdl: Die Laufbahn im Linzer Stadion, also deine Trainingsmöglichkeit, ist ja bald Geschichte. Wo wirst du in Zukunft trainieren?

Kevin: Ich finde es schon schade, dass das Linzer Stadion keine Laufbahn mehr haben wird. In Zukunft werde ich im neuen Leichtathletik Zentrum Sportland OÖ, dass als Teil des „Leichtathletik-Zukunftspaketes“ im Sommer fertig wird, trainieren. Ich finde das eine gute Lösung.

Hdl: Welche Hobbys, außer dem Sport, hast du noch?

Kevin: Um mal wieder runter zu kommen höre ich Musik. Ansonsten treffe ich mich gerne mit Freunden.

Hdl: Letzte Frage. Hast du mit deinen 15 Jahren schon einen großen sportlichen Traum vor Augen?

Kevin: Wie nahezu jeder Sportler habe auch ich den Traum mich einmal für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Und sicher möchte ich nicht nur einer sein, der sich “nur“ qualifiziert, sondern möchte zumindest in Europa vorne mitlaufen.