Laufen für die Seele, oder „mens sana in corpore sano“

Liebe Leser,

Dass moderater Ausdauersport für den Körper gesund ist, ist hinlänglich bewiesen. Mit der Betonung auf „moderat“ natürlich – siehe Übertraining, siehe Verletzungen. Allerdings sind Körper und Geist oder Körper und Seele nicht zu trennen, denn beide machen ein Individuum aus. Klingt esoterisch (und das bin ich tatsächlich nicht!), ist aber bei näherer Betrachtung einfach nur wissenschaftlich. Unsere Gedanken und Gefühle bestimmen unser Verhalten. Wie wir sind, was wir denken und fühlen, wofür wir uns interessieren und wie wir von unseren Mitmenschen wahrgenommen werden – all das beginnt im Kopf. Man kann genetisch noch so gut ausgestattet sein, einen gesunden Körper haben – wenn die Motivation fehlt, wenn wir einfach nur ausgelaugt sind, lustlos und traurig, werden wir es nicht schaffen, den Tag mit Aktivitäten zu füllen. Wer zu lustlos und antriebslos ist, wird sich auch oftmals nicht zum Sport aufraffen können, was wiederum die körperliche Gesundheit beeinflusst.

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere, und unser Verhalten – das, was wir regelmäßig oder beinahe täglich tun, ohne viel darüber nachzudenken, unsere Gewohnheiten also – das macht uns auf lange Sicht aus. Wer in seinem Leben etwas nachhaltig verändern möchte, der tut gut daran, eine neue Gewohnheit zu etablieren.

Was hat das aber mit dem Laufen zu tun? Nun, wie erwähnt fällt es vielen generell antriebslosen oder lustlosen Menschen sehr schwer, sich zum Sport zu motivieren. Schließlich ist Sport ja mit körperlicher Anstrengung verbunden! – Aber was, wenn gerade diese körperliche Anstrengung sich positiv auf die Psyche auswirkt, sodass man grundsätzlich ausgeglichener, zufriedener, motivierter, leistungsfähiger, zielorientierter und glücklicher ist? Obwohl man laufen geht, schnauft, schwitzt, an die Grenzen geht – fühlt man sich nachher voll Energie und durch und durch zufrieden. Habt ihr auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Laufen bei schlechter Laune hilft? Während andere zum Bier oder zur Tafel Schokolade greifen, oder einfach den Fernseher anschalten, gehen wir… genau, laufen! Wenn ich mich über etwas ärgere, Stress in der Arbeit habe oder einfach nur „schlecht drauf“ bin – Laufen hilft.

Ist sogar wissenschaftlich erwiesen! So konnte gezeigt werden, dass Erwachsene mit einem mittleren Alter von 45 Jahren, die  sich regelmäßig sportlich betätigten, insbesondere wenn sie an Wettkämpfen teilnahmen, besser mit Stress und emotionalen Belastungen zurecht kommen als ihre unsportlichen Kollegen (Valliant, 1976). Bei Männern, die an einer leichten Depression litten, konnte eine Steigerung des Sport-Pensums über mehrere Wochen die Stimmung soweit verbessern, dass diese Männer danach nicht mehr als depressiv eingestuft wurden (Morgan, 1970). In einer Studie, wo depressive Männer und Frauen nach Zufallsprinzip entweder einer regelmäßigen Psychotherapie über mehrere Wochen, oder regelmäßigem Lauftraining zugeteilt wurden, konnte gezeigt werden, dass das Lauftraining genau gleich gut (!) wie Psychotherapie wirkte (Greist, 1979). Wobei laufen zusätzlich auch der körperlichen Fitness zuträglich ist, und obendrein nichts kostet!

Mein Fazit: Wie alle Menschen, die regelmäßig Sport treiben, nur zu gut wissen: Sport macht glücklich und zufrieden. Auch wenn es manchmal schwierig ist, sich dazu aufzuraffen – ich denke, kaum jemand hat nach einer Trainingseinheit gedacht: „das war jetzt aber echt blöd, dass ich mich aufgerafft habe“ 😉.

Deshalb empfehle ich: Laufen für die gute Laune!

Eure Liesl

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