Laufen in Zeiten wie diesen

Vorneweg: Das ist kein Beitrag zur Diskussion ob die aktuell getroffenen Maßnahmen notwendig sind oder nicht! Hier geht es nur darum, dass sämtliche Laufveranstaltungen abgesagt wurden, und wie Läufer jetzt damit umgehen. 17.03.2020: Es gilt die Ausgangssituation aufgrund der aktuellen gesetzlichen Lage. Gesund bleiben und auf die Schwächeren in unserer Gesellschaft achten, steht natürlich über allem! Bleibt zuhause und trefft euch mit niemanden! Bewegung und frische Luft ist trotzdem, oder genau deswegen, extrem wichtig für Körper und Geist – vor allem in Zeiten wie diesen. Wichtig: Nur alleine.

Das aktuelle Gesetz (siehe Punkt 5)

Kein TAG X – Was nun?

Wochenlange Vorbereitung bei Regen, Wind und Kälte! Das und mehr nehmen Athleten gerne in Kauf um am Tag X beim (Halb-) Marathon in Top-Form zu sein. Trainieren ist toll, doch jeder möchte irgendwann seine Form testen. In diesem Frühling ist das vermutlich nicht mehr möglich. Europaweit sind sämtliche Veranstaltungen wegen Convid 19 abgesagt. Viele Läufer stellen sich jetzt die Frage: Was tun? Nach Plan weitertrainieren, oder einfach mal nach Lust und Laune laufen? Die Reaktionen im Netz fallen hier naturgemäß sehr unterschiedlich aus. Für die Einen ist klar, ab jetzt geht es gemütlich weiter. Andere hingegen bleiben ihren Plan treu. Aber mit welcher Motivation? Bewegung ist extrem wichtig und stärkt langfristig das Immunsystem, aber aufgepasst: Zu hartes Training schwächt das Immunsystem unmittelbar nach der Einheit. Darum empfehlen wir aktuell eher lockere Einheiten oder Spaziergänge! Wie machen das andere Läufer? Wird sogar noch nach Plan trainiert? Wir haben uns umgehört.

©Runnersworld

Wie gehen andere Läufer damit um?

Alfred Gross (71 aus Reutlingen):

„Ich trainiere weiterhin nach Plan. Entweder findet – man darf die Hoffnung nie aufgeben – die Deutsche Meisterschaft am 26.04. in Hannover statt oder es gilt, was mal ein Arzt gesagt hat: „Am meisten tut man für seine Gesundheit, wenn man für einen Marathon trainiert und ihn dann nicht läuft.“

©Alfred Gross

Ingo Wagner (47 aus Feucht)

„Wenn ein Marathon innerhalb eines Jahres verschoben wird, dann hoffe ich, dass die zweite Jahreshälfte mit Marathons nicht zu voll ist. Das würde, aufgrund fehlender Regenerationszeiten, auf die mögliche Geschwindigkeit oder Gesundheit gehen. Als Pacer muss ich eine anspruchsvolle Zeit laufen. Zu Gute kommt mir, dass ich seit 2019 ganzjährig eine 100%ige Marathonform habe. Ich trainiere nicht auf ein bestimmtes Wettkampfdatum hin. Für mich zählt nicht als Erfolg die Überquerung der Ziellinie, sondern das Laufen durch die Jahreszeiten. Wenn ein Marathon ausfällt, bedeutet das vor allem ein Verlust an gesponserter Ausrüstung und der freie Startplatz ist futsch.“

©Ingo Wagner

Demeter Dick (45 aus Linz)

„Kein Marathon? Kein Training? Mitnichten! Wettkämpfe sind für mich zwar eine große Motivationshilfe. Gerade wenn es darum geht, jeden Tag um 05:00 Uhr die erste Laufrunde zu drehen. Am Ende des Tages ist aber immer noch die Freude an der Bewegung und das gute Gefühl nach jedem Training, dass mich seit zehn Jahren fast täglich vor die Haustür lockt. Nachdem intensive Sporteinheiten aber auch das Immunsystem schwächen können, versuche ich im Moment mein Training auf den Erhalt meiner Form zu reduzieren. Denn ganz egal, wie schnell wir laufen: Wir können diesem Virus nicht davonlaufen. Wir können ihn nur stoppen. Und: Der nächste Marathon kommt bestimmt.“

©Demeter Dick

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