Laufen und Reisen – im Urlaub die Schuhe schnüren

Liebe Leser!

Der nächste Urlaub kommt bestimmt! Da stellt sich die Frage: Im Urlaub das Training beibehalten, oder einfach mal gar nichts machen?

Jeder soll natürlich selbst entscheiden. Entlastungswochen sind sowieso gut, davon wird man weder schlechter noch muss man Angst haben, dass man zurück in der Heimat nicht mehr in seine Lauf-Routine findet. Im Gegenteil: Jeder der schon einmal ein paar Tage warten musste, bis das nächste vernünftige Lauftraining ansteht, der kennt vielleicht dieses Gefühl: es‚ fast nicht mehr auszuhalten, bis man endlich, endlich wieder loslaufen darf. Also: wer möchte, gönnt sich im Urlaub eine Pause.

Wer nicht möchte: Laufen ist, so behaupte ich, die Sportart, welche man am allerbesten „überall“ ausüben kann. Egal wo auf der Welt man sich befindet, laufen geht fast immer. Um den Plänen der Familie nicht im Weg zu stehen, empfehle ich an dieser Stelle (wieder mal!), entweder sehr früh laufen zu gehen, oder spät am Abend. Zweiteres vielleicht im Urlaub eher nicht, weil am Abend ja oft „Urlaubsprogramm“ ist. Dafür gibt es am späteren Nachmittag oft einige Stunden „Siesta“, wo die Familie oder der Partner grade im Hotelzimmer chillt, oder sich schon für das Abendprogramm fertig macht. Diese Zeit kann man für eine Stunde Laufen locker nutzen. Ich bin ja bekanntlich Lauf-Süchtlerin, also laufe ich im Urlaub wie gewohnt zu unchristlichen Zeiten, nämlich bevor meine bessere Hälfte, der Valentin, überhaupt aufgestanden ist. Meine Top-Erinnerungen bei Urlaubsläufen:

Platz 5: Mit den Schwiegereltern in Griechenland irgendwo sehr südlich am Peloponnes, wo Fuchs und Has‘ sich gutenacht sagen, um 06:00 Uhr laufen gehen: Kein Mensch ist wach (auch unter der Woche offenbar nicht), keine Straßenlaterne leuchtet den Weg, wo unsere Ferien-Appartments sich befinden. Das heißt, außer der Morgendämmerung kein Licht, und es gab eine 800-Meter- Runde am Strand, die ich jeden Tag abgelaufen bin. Runde um Runde. (Der Schwiegerpapa hat sich manchmal dazu gesellt.) Fazit: Laufen im Sand ist anstrengend, und Laufen in der Dunkelheit ist auch in Griechenland ein bisschen gruselig.

Platz 4: Auf der Vulkaninsel La Gomera laufen. Die Insel hat ergo die Form eines Kegels, und – psychologisch günstig – lief ich morgens erstmal die Serpentinen der Autostraße ein paar Kilometer hinauf, und dann wieder zurück zum Hotel. Tolle Aussicht, aber Vorsicht vor streunenden Hunden!

Platz 3: Costa die Napoli. Hier verläuft auch die Strecke des Napoli City Half Marathon, daher darf man nicht auf eine Strava-CR hoffen 😉 Zumindest nicht in meiner Leistungsklasse. Aber: Wird man in Süditalien als Läufer normalerweise als Außerirdischer oder kompletter Spinner mit Kopfschütteln beäugt, trifft man hier auch frühmorgens auf gleichgesinnte Italiener (keine Touristen!!!) – viele laufen sogar ziemlich flott.

Platz 2: San Francisco, Californien: Total crazy! Man rennt bergauf und bergab, wenn man Glück hat kommt man auch bei einem Cable Car vorbei. Die Passanten machen teilweise, v.a. morgens, einen eher zwielichtigen Eindruck. Orientierung: null. Ich war froh, das Hotel nach drei Kilometer Suchen wieder zu finden. Hat man aber mal die Küste erreicht, ist das der wahre Laufgenuss.

Platz 1: Amsterdam. Weil es meine Lieblings-Destination ist, und ich mich dort schon recht gut auskenne. Ich liebe einfach das Sightseeing-and-Running. Sehr zu empfehlen! Es gibt auch einige Parks, wo man seine Runden drehen kann. [Außer Konkurrenz: Alaska Kreuzfahrt. Ich war die einzige verrückte Person, die tatsächlich auf einer 100 Meter „Laufbahn“ täglich 13 bis 14 Kilometer abgespult hat. Mit „Indoor-Lauffunktion“, versteht sich. Alle zwei Kilometer Richtungswechsel. Die Brandung spritzte mich an, ich war eingepackt wie ein Polarforscher und hatte richtig Spaß dabei. Allerdings auch nur frühmorgens möglich, weil manche Kreuzfahrer die Laufbahn als Aussichtsplattform oder Cocktailbar missbrauchen sobald die Frühstückszeit vorbei ist. (Ja, es gab auch Laufbänder. Aber die Bahn war mir dennoch 1000-mal lieber!)

Was sind eure Erfahrungen beim Reisen und Laufen?

Viel Erholung im nächten Urlaub wünscht,

Liesl