Teil 104 (KW 24/2020): Sarah Riffel

Foto: ©Sarah Riffel

Sarah Riffel (LTV Köflach) ist eine erfolgreiche steirische Langstreckenläuferin. Im Helden-Interview #104 spricht sie über ihren Trainingsalltag, wie sie zum Laufsport gekommen ist und was sie motiviert.

Helden des Laufsports: Du bist eine erfolgreiche Langstreckenläuferin, mit einer eindrucksvollen Marathon-Bestzeit von 02:51:26 Stunden. Deine Halbmarathon-Bestzeit beträgt 01:21:49 Stunden. Wie bist du zum Laufsport gekommen?

Sarah Riffel: Ich habe mich schon als Kind gerne bewegt und konnte nie stillsitzen. Ich habe dann sehr früh mit dem Fußballspielen angefangen. Mein Papa ist nach einem Kurbesuch zum Laufen gekommen und hat mich damit angesteckt. Als Hobby-Fußballerin ist das Laufen sowieso wichtig. Dadurch dass ich sehr ehrgeizig bin, hat mir das Laufen mit der Zeit mehr Spaß gemacht als das Fußballspielen, da ich für Erfolge nur selbst meine Leistung bringen muss und nicht von einem Team abhängig bin.

Als Polizistin hast du einen sehr fordernden Beruf, welcher auch Nachtschichten umfasst. Wie teilst du dir das Training neben dem Beruf ein, und wie viel Zeit investierst du pro Woche circa in dein Training?

Wenn ich Tagdienste oder 24-Stunden-Dienste habe, gehe ich in der Früh um 04:30 Uhr laufen. Nach dem Nachtdienst oder an freien Tagen starte ich meine Runde erst am späten Vormittag. Wie viel Zeit und Kilometer ich in mein Training investiere, hängt ganz von meinem Dienstplan ab. Ich komme jedoch schon immer über 100 Kilometer in einer Woche.

Welche Tipps kannst du uns geben, wenn man einmal nicht so motiviert ist? Wie schaffst du es, dich in deinem stressigen Alltag immer wieder zum Training zu motivieren?

Einen richtigen Tipp kann ich auch nicht geben. Ich habe selbst ab und zu mal Phasen in denen ich mir denke, „heute nicht“. Aber wenn man erst mal seinen inneren Schweinehund überwunden hat und ein, zwei Kilometer läuft, dann weiß man gleich wieder warum man diesen Sport gerne macht. Einfach abschalten und die Natur genießen. Und dann wären da auch noch das gute Gefühl und das Adrenalin nach einem Lauf, das wohl jeder Läufer kennt.

Bergmarathon, Straßenmarathon, zehn Kilometer und fünf Kilometer Straße, Crosslauf,… du bist sehr vielseitig. Welche ist deine Lieblingsdisziplin und warum?

Mir persönlich machen die Läufe ab der Halbmarathon-Distanz besonders viel Spaß. Da ich nach keinem speziellen Trainingsplan trainiere und alles nach Lust und Laune laufe, fehlt mir die Schnelligkeit auf die kurzen Distanzen.

Auf welche Bestzeit bist du besonders stolz? Bitte schildere kurz den Wettkampf, wo du diese Bestmarke erreicht hast und wie dieser Bewerb aus deiner Sicht verlaufen ist.

Der Lauf auf den ich am meisten stolz bin, oder besser gesagt das Event auf das ich am liebsten zurückblicke waren die österreichischen Bergmarathon Staatsmeisterschaften 2019 in Kainach. 2018 wurde ich bei diesem Lauf steirische Meisterin und irgendwie wollte ich diesen Titel verteidigen. Ich wusste/dachte mir schon vor dem Start, dass ich dieses Ziel nicht erreichen werde, da meine Teamkollegin Elisabeth Smolle ebenfalls am Start war und ich wusste, dass sie eine stärkere Läuferin ist, als ich es bin. Elisabeth setzte sich gleich von Beginn an, an die Spitze. Schon bei der ersten längeren Bergauf-Passage hatte ich mich damit abgefunden, dass ich nur noch um den zweiten bzw. dritten Platz laufen werde. Ungefähr bei Kilometer 25 (von 44) sah ich Elisabeth nicht allzu weit vor mir laufen. Ich konnte bei den Bergabteilstücken zu ihr aufschließen und mit ihr mitlaufen. Mein Vorteil war, dass ich die Strecke kannte und vermutlich im Bergablaufen meine Stärken ausspielen konnte. Ich ergriff meine Chance und ließ es wortwörtlich bergab laufen. Bis kurz vor dem Ziel hoffte ich, dass Elisabeth doch nicht näherkommen würde, um mich noch vor dem Ziel abzufangen. Gott sei Dank hatte ich bei diesem Lauf das bessere Ende für mich. Ich freute mich jedoch umso mehr, als sie als zweite durchs Ziel lief.

Deine Schwester ist ebenfalls eine gute Läuferin, deine Eltern sind beide sportlich. War Bewegung und Sport in deiner Familie immer schon wichtig? Welche Sportarten außer dem Laufen hast du ausgeübt?

Sich in der Natur zu bewegen war schon immer ein wichtiger Bestandteil in meiner Familie. Wir haben als Kinder oft Federball mit den Eltern gespielt. Aber meine Leidenschaft gehört nach wie vor dem Fußball. Zwar spiele ich nicht mehr, aber als Fan bin ich gerne auf der Tribüne oder schaue mir die Spiele im Fernsehen an.

Zum Abschluss, bitte gib uns einen wichtigen Tipp, wie man es schafft über viele Jahre aktiv im Laufsport dabei zu bleiben, ohne die Freude daran zu verlieren.

Nur solange man mit dem Herzen bei einer Sache ist, hat man Freude und Spaß daran. Aber ob das ein Tipp ist kann ich nicht sagen. So lange es mir Spaß macht, werde ich weiterlaufen.

Das Interview führte Elisabeth Smolle.

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