Timon Theuer: “Wir sind aus allen Wolken gefallen”

Gestern fand in Valencia / Spanien einer der wenigen Marathons des Jahres 2020 statt, wegen der Corona-Einschränkungen in Spanien jedoch nur als Elite-Rennen mit knapp 200 internationalen Top-Athleten. Für Österreich waren Eva Wutti und die beiden männlichen Athleten Valentin Pfeil (32) und Timon Theuer (26) am Start. Alle drei hatten ein großes Ziel vor Augen: Die Olympischen Spiele 2021 in Tokio. In Valencia sollte dafür die Norm (Herren: 02:11:30h und Damen: 02:29:30h) geknackt werden. Leider platzte am Sonntag für alle drei ÖLV-Athleten dieser Traum. Wutti musste wegen muskulärer Probleme das Rennen vorzeitig beenden, Pfeil und Theuer durften erst gar nicht an den Start gehen. Der Steyrer Valentin Pfeil hatte, genauso wie DSG Wien-Athlet Timon Theuer, vor dem Abflug einen negativen Coronatest vorgelegt. Bei einer erneuten Testung vor Ort in Valencia allerdings, war Pfeils Test zur Überraschung aller positiv (Bitteres Update: der Test am Tag danach war negativ!). Theuer hingegen war erneut negativ, wurde allerdings als K1-Person ebenfalls vom Rennen ausgeschlossen. Die Enttäuschung sei groß, sagt Theuer im Telefoninterview mit “Helden des Laufsports”.

Foto: ©Timon Theuer

Helden des Laufsports: Die ganze österreichische Laufsportszene leidet mit euch. Wie war eure erste Reaktion, nachdem ihr erfahren habt, dass ihr nicht am Rennen teilnehmen dürft?

Timon Theuer: Das ganze Drama hat ja bereits am Flughafen begonnen. Dort haben wir bereits unser Gepäck verloren. Erst am nächsten Tag und nach einigen Telefonaten bekamen wir unsere Koffer wieder. Dann aber wurde uns mitgeteilt, dass Valentins Test positiv sei und ich als K1-Person ebenfalls nicht starten darf. Diese Nachricht traf uns wie ein Faustschlag, wir sind aus allen Wolken gefallen.

Wie groß ist die Enttäuschung?

Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß. Valentin war der einzige Athlet der positiv getestet wurde. Erklären kann er sich das aber auch nicht wirklich, ist aber wahrscheinlich der Infektion vor fünf Wochen geschuldet. Die Voraussetzungen gestern wären perfekt gewesen. Alleine beim Halbmarathon sind vier Athleten unter der Weltrekordmarke geblieben.

Du wurdest in letzter Zeit mehrmals getestet und das Ergebnis war immer negativ. Wenn man dann nicht starten darf, ist das vermutlich schwer zu akzeptieren, oder?

Der Verband hat sich irrsinnig bemüht, um uns die Reise zu organisieren. Aber rückblickend betrachtet hätte ich mich für ein Einzelzimmer entscheiden sollen. Aber danach ist man ja immer schlauer.

Wie verlief deine Vorbereitung?

Gerade zu perfekt! Ich habe zwar kein Trainingslager absolvieren können, habe aber in Wien mit einer kleine tollen Trainingsgruppe meine Einheiten absolvieren können. Auch dank der tollen Arbeit und Unterstützung von Trainer Hubert Millonig und meinen Vater, die beide stets mit dem Fahrrad dabei waren.

Glaubst du, dass du noch eine Chance bekommst, dich für die Spiele in Tokio zu qualifizieren?

Ich bin mir sicher, dass sich im Frühjahr noch die ein oder andere Chance ergibt. Nach dem ich in Barcelona beim Halbmarathon schon eine gute Zeit hingelegt habe, bin ich optimistisch, dass ich diese Leistung auch beim Marathon abrufen kann.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich muss jetzt erneut einen Test machen. Wenn dieser, wovon ich ausgehe, wieder negativ ist, kann ich mit dem nächsten Flieger zurück nach Wien.

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