Trainer: Die Allzweckwaffen des Sports

Von: Wolfgang „Smily“ Zweimüller (geprüfter Leichtathletiktrainer) aus Ried im Innkreis.

Wer bei vielen Kilometern am Wegesrand gestanden hat, viele Tempoläufe aufmerksam beobachtet hat oder viele erfolgreiche oder auch weniger erfolgreiche Wettkämpfe und die Reaktionen und Verhalten seiner Sportler „studieren“ durfte, gehört eines Tages zu den guten, den „praktizierenden Psychologen“ im Laufbereich.

Trainer im Leistungssport,

……sie sind Fachtrainer – Motivatoren – Impulsgeber – Tröster – Pädagogen – Psychologen – Physios – auch mal ein bisschen Arzt – Vorbilder – Fahrer – Persönlichkeiten – Papa/Mama – Manager – Organisatoren – Koordinatoren – Trainingspartner – Scouts und am besten auch Goldschmied…

Man stelle sich vor sie müssten für alle diese „Jobs“ bezahlt werden.

Sie wissen, dass sich Leistungen ohne Regeln, Grenzen, Vorgaben, Härte, Vorbildfunktion, aber auch ohne Lob nicht wie von selbst entwickeln. Sie wissen aber auch dass sie ansprechbare, hilfreiche Partner für den Erfolg brauchen:

Beispielsweise Sport-Ärzte, die etwas von Leistungssport verstehen oder einen Physiotherapeuten der „keinen“ Feierabend kennt. Im Verlaufe ihres oft langen Trainerlebens ist es auch von Vorteil, wenn sie sich zum Spezialisten für einen Disziplinbereich entwickeln, die Mittelstrecken, den Hindernislauf, die Langstrecken oder der Marathon / Straßenlauf ihre große Liebe sind“

Trainer ohne Leidenschaft für ihren Job haben es schwer den langen steilen Weg in die Spitze erfolgreich zu bewältigen. Vor allem junge Trainer müssen lernen mit kleinen, mittelmäßigen, aber auch großen Persönlichkeiten umzugehen. Begabte Läufer oder Läuferinnen, die ihrem Trainer nicht vertrauen und mit ihm gemeinsam nach Siegen, aber auch nach Niederlagen, in die neue Zukunft wollen, bleiben nicht selten Opfer ihrer Schwächen. Trainer mit Führungskompetenz geben die Philosophie zur Erfüllung gemeinsamer Ziele vor. Je besser ihr Verhältnis zu ihren Läufern ist, umso leichter sind grenzwertige Aufgaben gemeinsam zu erfüllen. Trainer im Leistungssport machen Fehler. Wer zu wenig Fehler macht, probiert zu wenig aus. Sie sollten aber nicht zu lange darüber nachdenken, sondern offensiv positiv handeln.

Auch Senioren freuten sich über Trainerbetreuung

Nicht geändert hat sich das „Außergewöhnliche Training“ anders trainieren zu müssen. Damit das mögliche entsteht, muss das unmögliche probiert werden. Dafür brauchen sie Trainer-Persönlichkeiten, die sich ein Leben lang bemühen nicht nur ständig dazuzulernen.

“Never stop learning, because life (Sport) never stops teaching”

Trainer sollten clevere Pädagogen sein, im Hochleistungsbereich aber zugleich wie Manager denken. Wenn sie von „ihren Stars“ geliebt werden ist dies die beste Voraussetzungsstufe zu weiteren Erfolgen. Erfolgstrainer (Goldschmiede) haben Talente oder hochbegabte Läufer gefunden die nicht gern verlieren wollen.

Trainer müssen Lehrer, Ausbilder, Vorbild, Persönlichkeit, neuerdings zugleich aber nicht selten auch Mutter und Vater sein.

Natürlich hängt vieles auch von den unterschiedlichen Charakteren ihrer Athleten ab, die ihnen mit Respekt und Wertschätzung begegnen und deren Neugierde auf mehr Wissen die Zusammenarbeit prägt.

Trainer sollten auf jede Frage eine Antwort geben können

Kompetente Trainer erkennen die Fähigkeiten ihrer jungen Talente früh und bilden sie nach bestem Wissen und Gewissen aus. Verantwortungsvoll, weil die jungen Sportler und auch Eltern, den möglichen Einfluss auf die Erziehung nicht erwarten. Leader in Trainingsgruppen sind hilfreich, diese Erkenntnis nutzen Trainer in aller Welt seit Jahren.

Sportliche Spitzenleistungen fallen nicht vom Himmel, sie setzen Begabung voraus, weil die entsprechende Leistungsfähigkeit immer Ergebnis optimaler begleitender Entwicklung ist. Dabei ist der Trainer zugleich Lehrer, der Wissen und auch Trainingsmethodik lehrt, Kinder mit Freude anleitet und kontinuierlich führt, coacht und sie auch systematisch zur Selbständigkeit, zum Selbstbewusstsein und zur Verlässlichkeit in der Erfüllung von Trainings- und Wettkampfaufgaben „erzieht“. © Lothar Pöhlitz

Trainer halten sich nicht zu lange mit denen auf die das alles nur ein bisschen machen wollen.

Ihre Methoden, ihre Anforderungen und Ziele, sollen ihre Athleten nicht glücklich, sondern besser machen. Auch wenn ihr „Ego“ und ihre Interessen eine gewisse Freiheit brauchen, müssen sie lernen das sie nur durch harte Arbeit ins Rampenlicht kommen.

Besonders wichtig für eine längerfristige erfolgreiche Beziehung zwischen einem Trainer und seinem „Außergewöhnlichen“ ist das bestehende Vertrauensverhältnis.

Foto: © Holger Seibert

 „Leidenschaft ist Voraussetzung für das Trainer- und Athleten-Glück im Ergebnis des Hochleistungstrainings. Das Team Trainer & Athlet muss im Wettkampf bestehen wollen und dafür mentale Stärke entwickeln. Am besten man hat das Sieger-Gen, die notwendigen, ererbten Voraussetzungen für Spitzenleistungen. Wenn Läufer im Training glauben, es geht nichts mehr, machen sie am besten noch 2 Läufe oder verlängern die Strecke. Wenn Du denkst, dass Deine Pausen kurz sind, verkürze sie weiter und der Trainer motiviert. Danach hängen weitere Erfolge von umfassenden Maßnahmen zu einer schnellen und tiefen Regeneration und ausreichend Schlaf ab. Meine Beobachtungen in meinem Trainerleben lassen mich zu der Erkenntnis kommen, dass auch Trainer im Hochleistungssport das Sieger – Gen brauchen.“ (LCA – 2014 – Lothar Pöhlitz)

Suche sie, die schon früh Sieger werden wollen

Erziehung im Training und für Wettkämpfe heißt…….

Das Interesse des Trainers ist in erster Linie auf das Training und die Wettkämpfe gerichtet. Dabei geht es darum die Interessen des Sportlers als auch die Interessen des Vereins, der Eltern zu erfüllen. Eine Übereinstimmung dieser Interessen sollte schon in frühen Trainingsjahren ein Bestandteil der Zieldefinition am Beginn des Trainingsjahres sein. Erziehung schließt aber auch Pünktlichkeit, Sauberkeit, Umgang mit anderen Athleten, Aufmerksamkeit gegenüber dem Trainier, Erziehung zur Selbständigkeit im Trainingsalltag, auch das Soziale Verhalten mit anderen Personen, mit ein. Natürlich betrifft das auch das Trainer-Vorbild.

„Gute Leistungen im Wettkampf setzen vermitteltes Wissen und Handlungsbereitschaft voraus, nicht nur der Trainer, sondern der Athlet muss es wollen! Die Umsetzung der folgenden Erfahrungen kann helfen:

  • realistische, erreichbare Ziele. Diese Ziele werden bewusst verfolgt, der Weg zum Ziel wird ständig vorausdenkend verbessert, der Athlet darf aber auch nicht nachlassen seine Ziele zu verfolgen
  • die Freude an der Leistung und den Spaß am „Kampf“ (auch wenn es wehtut und die Oberschenkel mal „brennen“). Der innere Antrieb ist entscheidend, der Sportler bestimmt selbst wie gut er werden will
  • Motivation und Willensqualitäten
    Konzentrations- und Mobilisationsfähigkeit. Ich will die Leistung und werde im Training alles dafür tun. Nur wenn ich noch härter arbeite, kann ich es schaffen. Ich bin zu mehr fähig, ich werde noch konsequenter trainieren. Zuerst muss ich mich besiegen
  • Disziplin (im Training und Freizeit) und Risikobereitschaft, der Profi nutzt seine Zeit zielgerichtet, er ist sich immer bewusst, dass er für seinen Erfolg viel investieren muss
  • Höchste physische Leistungsfähigkeit, hohe sportliche Form einschließlich Toleranz von Mangelzuständen (Laktattoleranz, Energiedefizite) und Stress, Vorstartbewältigung. Das Top-Gefühl vor dem Rennen muss auch im Wettkampf in eine Topleistung umgesetzt werden können
  • Emotionen Optimismus, keine Angst, Positive Gefühle, Hochstimmung Ich laufe gut, weil ich mich gut fühle. An die Bestleistung denken, nicht an die Niederlage
  • Mentale Stärke – Mentale Kraft – Selbstvertrauen » immer. Wettkampf- und Belastungsstabilität. Ich bin voller Energie, habe sehr gut trainiert, bin sicher und denke positiv » ich kann es, ich werde entspannt sein, ich werde es heute zeigen, ich werde in der Endphase kämpfen » Ich werde gewinnen, ich gebe alles (Leistungsmotivation)
  • Mentales Training / Begleitung durch einen Psychologen und natürlich den eigenen Trainer“ (Quelle: LCA Lothar Pöhlitz 2007)

Trainer sind praktizierende Psychologen

Viele Trainier verfügen über eine psychologische Grundausbildung oder haben durch ihre langjährige Erfahrung einen geschulten Blick dafür, wie sie den Sportlern auch das „gewinnen“ lernen und lehren können.

„Eine gute Stimmung hat positive Effekte und führt zu intensiverem Training, zu stärkeren körperlichen Reizen und höhere Trainingswirkungen. Negative Stimmung durch Ärger oder Frust hemmt dagegen die Leistung führt zu Unlust und kann sogar die Regeneration verschlechtern“ (Dr. Jens Kleinert DSHS Köln)

Das Wissen eines Trainers über die Fähigkeiten und Fertigkeiten seiner Athleten aber auch das Wissen über die Schwachstellen sind die Grundlagen für ein gutes Verhältnis zwischen Trainer und Athlet. Weiters das Beobachten, Kommunizieren und das damit verbundene „Verstehen“ des Athleten sorgt für eine Optimierung der sportlichen Leistung.

Deshalb sind erfolgreiche Trainer:

Coaching muss immer systematisch auf die spezifische Situation angepasst werden. Die Anweisungen im Training müssen deshalb auch prägnant, kurz und verständlich sein. Trainer und Athlet müssen die „gleiche Sprache“ sprechen. Deshalb ist es auch wichtig die genauen Zielvorstellungen, am Beginn des Trainingsjahres, zu erarbeiten und dann auch zu fokussieren. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Nicht jedes Rennen wird mit Erfolg gekrönt sein, deshalb in Ruhe alles Analysieren und sämtliche „Gut – Schwach – Punkte“ ansprechen. Trainer geben den Weg vor – beschreiten tun es aber Trainer und Athlet gemeinsam. Der Ehrgeiz sollte darin bestehen, die Athleten täglich ein wenig besser zu machen. Allen leistungsorientierten Trainern eine erfolgreiche Zukunft – nichts geht von allein – Hochleistungssport ist hart – kann aber sehr viel Spaß und Freude machen. Ihr Charakter und ihr Ehrgeiz werden sich weiterhin, im Beruf und ihrem privaten Leben, zeigen wenn die Leistungssportzeit vorüber ist.

Viel Erfolg.

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